Naturfasern

 

Die meisten Menschen haben eine Vorliebe für Naturfasern. Und nicht nur das: viele haben regelrechte Vorurteile gegen synthetische Fasern, die direkt auf der Haut getragen werden. Sätze wie "Darin schwitze ich so", "Chemiefasern stinken so" oder "Dagegen bin ich allergisch" haben Sie sicherlich schon oft von Ihren Kunden gehört. Ein subjektives Gefühl, das Tragegefühl und Wohlfühlen beeinflußt und nur durch gute Überzeugungsarbeit und Tragetests ausgeräumt werden kann.

Baumwolle

Nummer eins in der Rangliste der Unterwäsche ist deswegen nach wie vor Wäsche aus Baumwolle. Das ist fürs tägliche Leben absolut in Ordnung. Für sportliche Betätigung und starkes Schwitzen allerdings eignen sich Naturfasern wie Baumwolle, Wolle und Viscose nicht besonders.

Die weiche und hautsympathische Baumwolle nimmt zwar rasch den Schweiß von der Haut. Die korkenzieherähnliche Eiweißfaser kann bis zu 40 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit in sich aufnehmen. Allerdings trocknet sie extrem langsam und gibt die Schweißfeuchtigkeit nur langsam wieder nach außen ab.

Der Effekt, der dabei entsteht ist fatal: Die vollgesogenen Fasern quellen und folglich schließen sich Poren im Gewebe und die Zwischenräume der Maschen. Das bedeutet: Der Luftaustausch und die Luftzirkulation werden unterbrochen, das nasse Textil klebt in Ruhephasen klamm und kalt auf der Haut. Sobald man aufhört, sich zu bewegen und sich kalter Umgebungstemperatur und Wind aussetzt, fängt man an zu frösteln. Verdunstungskälte entsteht. Die körperliche Leistungsfähigkeit wird beeinträchtigt und die Gefahr einer Erkältung ist groß.

Wolle

Normale Wolle dagegen wird im feuchten Zustand kratzig und unangenehm. Dabei kann sie, ebenso wie die Baumwolle, etwa 40 Prozent der Feuchtigkeit aufsaugen. Dabei fühlt sie sich nicht unbedingt nass an.

Auch Wolle trocknet sehr langsam, ähnlich wie die Baumwolle. Im nassen Zustand verändert sich die Schuppenstruktur der Faser leicht, sie wird rauer und kratzt, vor allem auf empfindlicher Haut.

Im Vergleich dazu: Angorawolle nimmt weniger Nässe auf, hat ein anderes Trockenverhalten. Ihre Stärke ist eher die Weichheit und die hohen Isolationswerte. Bei Angorawolle handelt es sich um eine Art Hohlfaser, die isolierende Luft im Innern einschliesst. (siehe Angorawolle)

Seide

Seide, die kostbarste aller Naturfasern, kann Schweiß nicht nur gut absorbieren, sie ist auch sehr resistent gegen Geruchsbildung. Auch bei Naturseide findet die Nässeabgabe nur langsam statt.

Zudem zersetzt sich Seide durch allzu viel aggressiven Schweiß. Viscose hat ähnliche Eigenschaften wie die Baumwolle: Sie nimmt viel Feuchtigkeit auf, quillt stark und klebt - sobald die Wassersättigung der Fasern erreicht ist - unangenehm auf der Haut.

 

touchbucherkl