Textiler UV-Schutz


Textile Sunblocker, ein Thema, das in Zukunft immer wichtiger wird. Ozonloch und die Gefahr zu starker Sonneneinstrahlung kann unseren Organismus schädigen, wenn wir uns nicht schützen. Natürlich gibt es Sonnencremes und Sonnenöle, doch ein textiler UV-Schutz bringt zusätzlich Sicherheit.

Viele Textilien bieten von Haus aus natürlichen UV-Schutz. Doch wer weiß das schon: Ein einfaches weißes T-Shirt beispielsweise reicht bei weitem nicht aus, vor allem nicht, wenn es feucht oder nass ist. Der Sonnenschutzfaktor liegt dann weit unter fünf - bei dunkleren Farben kann er zwischen 5 bis 10 liegen.

Dünn gewebte Baumwolle bringt auch nur einen Sonnenschutzfaktor von 3 bis 10, gewebte Wolle einen dagegen schon etwa 24. Diese Zahlen gelten als SPF (Sun Protection Factor) oder LSF (Lichtschutzfaktor) und sagen aus, wie lange ein Aufenthalt in der Sonne möglich ist, ohne die Haut zu schädigen.

Ausgegangen wird dabei von verschieden empfindlichen Hauttypen (l bis III). Der Hauttyp l beispielsweise, (helle Haut, blaue Augen, rote oder blonden Haare) kann nur etwa 5 bis 10 Minuten ungeschützt in der Sonne bleiben, bevor die Haut gestresst reagiert. Mit Textilien oder Sonnenschutzcreme mit einem SPF von 20 ist ein Aufenthalt in der Sonne von ca. 1,5 bis 3 Stunden unbedenklich.

Wie funktioniert textiler Sonnenschutz?

Es gibt drei Systeme. Ganz ohne Chemie funktioniert Sonnenschutz bei sehr dicht gewebten Stoffen oder solchen mit ganz enger Maschenstruktur. Und auch die Farbe spielt eine Rolle: Dunkle Stoffe schützen grundsätzlich besser als helle. Die Nomaden in Wüstenregionen sind sich dessen seit jeher bewusst: Sie tragen dunkle und schwere Kleidung, die den ganzen Körper bedeckt.

Doch nicht nur die Wüstenbewohner setzten auf dicht gewebte Stoffe, auch Hersteller von modernen Stoffen wie Schoeller Textil produziert beispielsweise Stoffe für den Bergsport mit einem durchschnittlichen SPF von 40+. Diese Stoffe sind relativ dick und eher für kältere Temperaturen gedacht.

Für leichte Sommersportbekleidung eignen sich grundsätzlich dichtgewebte Mikrofasern gut. Die dichte Struktur des Gewebes blockt die gefährlichen UV-Strahlen der Sonne ab. Der SPF liegt bei dichtgewebten Polyesterfasern etwa zwischen 30 und 40, bei Polyamid zwischen 40 und 50.

Fasern mit Innenleben
Um den UV-Schutz von Textilien noch zu erhöhen, werden den Fasern schon im Spinnprozess trübe oder farbige Partikel beigefügt - mattierende Aufheller, die wie optische Filter wirken und die schädliche Strahlen abhalten oder reflektieren sollen.

Das ist ein dauerhafter Schutz, der nicht herausgewaschen werden kann. Sie absorbieren sowohl UVA- als auch UVB-Strahlen. Gemessen nach Australischem Standard liegt der Schutzfaktor hier bei über 100+, nach den strengen Maßstäben europäischer Institute wie Hohenstein oder dem Institut Textile Faser in Lyon (ITF) bei 50+.

Um dem Verbraucher vor allzu lauten und falschen Werbeaussagen zu schützen, hat das Forschungsinstitut Hohenstein den UV Standard 801 entwickelt, der Bekleidung nicht nur im Neuzustand prüft, sondern in langen Testreihen auch Trage-, Verschleiß- und Abnutzungserscheinungen unter die Lupe nimmt.

Die Angaben, wie Protect 40+, 60+ oder 80+, sind immer die niedrigsten Werte der Gebrauchsprüfungen. Prüfverfahren nach der Australisch-Neuseeländischen Norm, hingegen, messen den UV-Schutzfaktor nur für den spannungslosen und trockenen Neuzustand. Der ist nur leider hinfällig, wenn das Textil häufig getragen, gedehnt und gewaschen - kurz: vielseitig beansprucht - wird.

Veränderung der Molekularstruktur
Eine andere Möglichkeit, Textilien mit UV-Schutzfaktor auszustatten ist, die Molekularstruktur der Fasern zu verändern. Das geschieht durch ein Hinzufügen von speziellen Faserkomponenten, die hier nicht unbedingt benannt werden müssen, um das Prinzip zu verstehen. Doch sie erreichen einen zuverlässigen Lichtschutzfaktor. Im Markt wird das realisiert von Burlington mit den Marken M.C.S. Blocker.

M.C.S. steht für Moisture Control System und garantiert einen SPF von 30+. Um den Schutzfaktor zu erhöhen, werden den Fasern werden nicht nur Mattierer oder Trüber zugesetzt, sondern auch mikrofeine Keramikpartikel und Tonminerale. Sie absorbieren oder reflektieren Strahlungen, gleichzeitig setzt ein kühlender Effekt ein.

Aus Keramik-Garnen mit Polyesterhülle sind die Marken Sunfit (Eschler) oder Sunpaque und Aquamiracle (Tomen). Je nach Verarbeitung als Pikee, dichter Jersey oder Gewebe liegt der Protect Factor nach UV Standard 801 zwischen 20 bis 80. Die eingelagerten Partikel verringern im Vergleich zu normalen Polyesterfasern die Transparenz im nassen Zustand, was in der Bademode eine große Rolle spielt.

Um die Faser gewickelt
Mit der klassischen Ausrüstung können fast allen Fasern oder Stoffe mit der Funktion des UV-Sonnenschutzes ausgestattet werden. In der Regel wird der UV-Schutz im Tauchbad auf den fertigen Stoff aufgebracht. Hier hat jeder Hersteller sein eigenes Rezept, die Zutaten bleiben geheim.

Ploucquet, beispielsweise, kann mit seinem Pactive System alle Arten von Funktionen in den Stoff bringen - der UV-Schutz ist nur eine davon. Die Imprägnierungen basieren alle auf einer speziell entwickelten Verkapselungstechnologie, die sich fest um die Faser legt.

Während das Thema textile Sunblocker schon seit vielen Jahren aktuell ist, wurde es in Europa erst in den letzten Jahren konsequenter aufgegriffen. Eine Lücke besteht leider immer noch im Bereich Kinderbekleidung, obwohl der Schutz vor Sonne für die empfindliche Kinderhaut - so auch die Meinung der Medizin - noch wichtiger ist als bei Erwachsenen.

Bei den unter Sechsjährigen wirkt sich die schädliche Strahlendosis, die im Laufe eines Tages an der Sonne, beim Sport oder Spiel aufgenommen wird, auf das Immunsystem aus. Hier bieten sich die Gewebe oder Stoffe an, die allein aufgrund des Gewichts und der dichten Gewebe- oder Maschenkonstruktion UV-Schutz von bis zu 50+ bieten - ganz ohne zusätzliche Ausrüstungen.

 

touchbucherkl