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Bei Nano-Technologien sprechen wir also von einer Technologie, die auf der Nano-Ebene abläuft - in einem unglaublich kleinen Bereich. Die Bezeichnung Nano ist eine Ableitung von der Größeneinheit "nano": ein Nanometer ist der milliardste Teil eines Meters und entspricht damit dem Durchmesser von drei bis fünf Atomen.
Bei der Nano-Technologie wird die Molekularstruktur der Fasern verändert (manipuliert). Neuentwicklungen aus der Polymer-Chemie sind die Grundlage, die bei äußerlich unverändertem Aussehen und Griff weitaus verbesserte und vor allem permanente technische Funktionen dauerhaft in die Faser zu integrieren. Theoretisch sind der Veränderung kaum Grenzen gesetzt - was in Amerika zu einer ethischen Diskussion unter Wissenschaftlern geführt hat.
Was ist das Geheimnis? Auf molekularer Faserebene kann der Charakter einer Faser grundlegend verändert werden. Traditionellen Stoffen, wie der Baumwolle, wird ein ganz neues Gesicht verliehen.
Wissenschaftler der Universität Bonn entdeckten, dass die Blätter
bestimmter Pflanzen oder Insektenflügel immer sauber bleiben, weil
Schmutz und Wasser auf deren strukturierter Oberfläche nicht haften
können. Das Dogma "je glatter eine Oberfläche ist, desto
weniger können Schmutzpartikel haften bleiben" wurde widerlegt.
Die Nano-Technologie ermöglicht eine der Natur nachgeahmte Oberflächenstruktur.
Um die Antihaftung von Schmutz und die natürliche Reinigungsfähigkeit
aus der Natur auf Textilien zu übertragen, wird die Oberfläche
durch Nano-Partikel verändert. Innovativ arbeitet hier die Firma
Schoeller Textiles AG, die auf wissenschaftlicher Grundlage des "Guest-Host-Systems"
und in Kombination mit der so genannten "Sol-Gel-Technik"
eine Ausrüstungstechnologie entwickelt hat, die zur Bildung einer
strukturierten Oberfläche führt.
Hinter den Entwicklungen in Sachen Nano-Technologie steckt die Firma Nano-Tex. Sie erklärt die Nano-Technologie folgendermassen:
Eine Baumwollfaser entspricht im Grundaufbau einem runden Zylinder. Im Nano-Maßstab hat sie die Größe eines Baumstamms. Wie bei einem weichen Pfirsich, wird dieser Baumstamm mit vielen feinen Haaren umsponnen. Das Verfahren, mit dem die feinen Haare Atom für Atom aufgebaut werden, ist kompliziert, denn sie müssen die richtige Form haben und in Wasser löslich sein, damit der zu behandelnde Stoff später in die Lösung getaucht werden kann. Sobald die Härchen auf dem Stoff aufsitzen, müssen sie Oberflächenkontakt aufbauen und sich mit den Spitzen nach oben an den Stoff binden.
Die "Pfirsichhaut" auf den Fasern ist permanent und verändert den Stoff in seinen Eigenschaften: Die Baumwolle wird knitterfrei und fleckunempfindlich. Und diese Eigenschaften verlieren sich auch beim wiederholten Waschen oder bei häufigem Abrieb nicht, ganz im Gegensatz zu den heute handelsüblichen Beschichtungen.
Ein weiterer Effekt der Pfirsichhaut ist die Entstehung eines Luftpolsters um die Fasern.
Wenn Wasser auf den Stoff gelangt, formen sich die Tropfen wie auf einem echten Pfirsich zu kleinen Perlen und rollen ab. Der Stoff selbst wird nicht nass. Wird Druck auf das Wasser ausgeübt, so dringt es durch den Stoff hindurch, aber die Fasern nehmen die Feuchtigkeit nicht auf - eine hervorragende Eigenschaft für den Schweißtransport des Kleidungsstücks.
Für eine herkömmliche Jeans bedeutet das, dass sie nicht knittert, im Regen trocken bleibt und versehentliche Kaffee- oder Rotweinflecken problemlos verschwinden. Dennoch wird die Jeans wie eine ganz normale Jeans aussehen und sich auch so anfühlen. Der große Vorteil für den Verkäufer ist, dass sich all diese wunderbaren Vorteile ganz einfach mit einer Pipette demonstrieren lassen.
Die soeben beschriebene, in Baumwolle eingesetzte Nano-Tex-Technologie wird unter dem Markennamen Nano-Care vertrieben. Nano-Dry ist der Markenname für Polyamid und andere künstliche Fasern mit baumwollähnlichen Wassertransport-Eigenschaften. Mit der neuen Technologie wurden bereits Produkte hergestellt mit permanenten Eigenschaften wie Wasserdichte, Schmutzunempfindlichkeit, Knitterfestigkeit und Farbechtheit, ohne Verlust der Atmungsaktivität und bei gleichzeitig unverändertem Aussehen und Griff.
Der Traum vom High Tech-Stoff ohne Beschichtung oder Membrane rückt
in greifbare Nähe. Das Potential, das die Nanotechnologie hinsichtlich
der Veränderung von Stoffeigenschaften in sich birgt, ist nahezu
unbegrenzt. Wir dürfen auf etliche Neuentwicklungen aus diesem
Gebiet gespannt sein.
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