Hohlfasern

 

Um es gleich vorweg zu nehmen: Hohlfasern sind der Beweis für das große Wissen und Können der Textilkonstrukteure. Sie haben es geschafft, den Saugeffekt der Baumwolle auf chemischer Basis zu imitieren.

Hohlfasern haben innenliegende feinste und mit dem blossen Auge natürlich nicht sichtbare Hohlräume, die wie Strohhalme wirken: Sie saugen die Körperfeuchtigkeit von der Haut ins Faserinnere auf.

Die Herstellung ist kompliziert: Es werden der Spinnlösung kurz vor dem Durchpressen durch die Faserdüse Fremdkörper zugesetzt, die später beim Waschvorgang wieder herausgewaschen werden. Dadurch bekommt der Kern der Faser die Struktur eines Schwamms.

Der Effekt: Die entstehenden Kapillarkräfte saugen das Wasser (bis zu 40 Prozent) förmlich in die Fasern hinein. Durch die spezielle Faserkonstruktion wird eine Rückbefeuchtung der Haut verhindert und ein Verdunsten nach außen hin ermöglicht.

Im Vergleich zur einflächigen Maschenware ist Unterwäsche aus Hohlfasern nicht unbedingt auf wasserabsorbierende Oberbekleidung angewiesen. Sie können die Feuchtigkeit im Faserinnern speichern und langsam nach außen verdunsten lassen.

Da allerdings das Feuchtigkeitsaufnahmevermögen begrenzt ist, raten wir bei sehr schweißtreibenden Sportarten zu Fasern, die den verdampfenden Körperschweiß in Form von Wasserdampf an der Faseroberfläche nach außen leiten.

Dunova war die erste bekannte Hohlfaser, damals "Kern-Mantel-Faser" genannt. Zwischenzeitlich ist Dunova keine Hohlfaser mehr, sondern eine Mehrkanalfaser.

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