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Mikrofasern sind Chemiefasern mit Feinheiten, so fein, wie sie in der Natur nicht vorkommen. Seide als feinste natürliche Faser hat eine durchschnittliche Stärke von etwa 1,3 dtex (im Vergleich dazu: Baumwolle ca. 1,5 - 2,5 dtex, Wolle 4-5 dtex). Das Gewicht eines Chemiefasergarnes wird gemessen in dtex.
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bei echten Mikrofasern ist das Einzelfilament feiner als 1 dtex
Abbildungen
von H. D. Backhaus
Dtex drückt das Gewicht eines Garnes auf 10.000 Meter Länge
aus. Als Beispiel: ein Garn hat 78 dtex, das heißt 10.000 Meter
dieses Garnes wiegen 78 Gramm. Nach dem Arbeitskreis DTB (Dialog-Kreis
Textil/Bekleidung) wurden die zulässigen Grenzen für Einzelfilamente
der Mikrofasern auf <1 dtex für Polyester und <1,2 dtex für
Polyamid festgelegt. 
Die Anzahl der Einzelfilamente werden mit einer Zahlenangabe hinter der dtex-Bezeichnung und dem Buchstaben "f" gemacht. Ein Beispiel: 78 dtex f 92 heißt, dass ein Garn, das pro 10.000 Meter 78 Gramm wiegt, aus 92 Einzelfilamenten besteht.
Grundsätzlich wird bei Mikrofasern zwischen Endlosfäden, den so genannten Filamenten, und Fasergarnen unterschieden. Filamente sind endlos gesponnene Fasern, die zu einem Garn zusammengeführt werden. Ein solches Garn ist entweder glatt oder gekräuselt, was dann durch Texturieren hervorgerufen wird. Texturierte Garne sind in der Regel weicher und voluminöser und haben zwischen den mikrofeinen Zwischenräumen der Fasern winzige Luftmoleküle eingeschlossen, die isolierend wirken.

Die Filamente für Fasergarne dagegen werden nach
dem Spinnvorgang, der immer Endlosfäden hervorbringt, in so genannte
Stapellängen geschnitten oder gerissen. Sie werden anschließend,
genau wie die Naturfasern Baumwolle und Wolle, zu Garnen versponnen.
Ein wichtiger Unterschied zwischen beiden Garnvarianten ist der, dass bei Spinnfasergarnen winzige, mit dem Auge kaum sichtbare Faserenden herausstehen, die bei direkt auf der Haut getragener Wäsche als Abstandshalter fungieren.
Mit diesen feinen Mikrofasergarnen war es erstmals möglich, Gewebe zu konstruieren, die so dicht gewebt sind und deren Fadenzwischenräume so fein sind, dass selbst kleinste Wassertropfen nicht eindringen können.
Wasserdampf bzw. der verdampfende Körperschweiß, hingegen, kann das Gewebe nach außen hin verlassen - in der Fachsprache: durch das Gewebe diffundieren. Mikrofasergewebe sind so dicht gewebt, dass im Durchschnitt etwa 7.000 Fasern (Filamente) pro cm2 fertigen Stoff zu zählen sind.
Mikrofaserstoffe sind winddicht, wasserabweisend und atmungsaktiv (wasserdampfdurchlässig). Die Wassersäule, die den Wasserdruck auf das Gewebe beschreibt, liegt bei Mikrofasern zwischen 200 und etwa 1.000 Millimetern, ohne zusätzliche Beschichtungen oder wasserabweisende Ausrüstungen. Wassersäulen bis zu 1.300 Millimetern bezeichnen einen Stoff als wasserabweisend, ab 1.300 Millimetern ist ein Material wasserdicht.
Mit den superfeinen Mikrogarnen war es möglich, eine kleine Alternative zu wasserdichten Membranen und Beschichtungen zu schaffen. Klein deshalb, weil sie keine überdurchschnittlich hohen Funktionswerte erreichen, sich aber dennoch in vielen Sportbereichen einsetzen lassen. Vor allem in solchen, wo es auf extrem hohe Atmungsaktivität ankommt.
Dicke und Dichte der Stoffe können mit der Gewebekonstruktion variiert werden. Dabei gilt: Je dichter das Gewebe, desto höher die Wassersäule und desto geringer die Wasserdampfdurchlässigkeit.
Die funktionelle Wirkung dieser Gewebe drücken Wissenschaftler so aus: Die größere spezifische Oberfläche bzw. die größere Anzahl an Einzelfibrillen (Einzelfasern) bei gleichem Garndurchmesser, ermöglicht diesen Fasern eine höhere Flächendeckung. Das heißt, es kann mehr Wasserdampf an der Faseroberfläche nach außen transportiert werden.
Bei einer einwandfreien, wasserabweisenden Ausrüstung der Fasern ist dies, neben der extrem dichten Webart, der Hauptgrund für die ausgezeichnete Wasserabweisung und den hohen Luftwiderstand im Gegensatz zu grobfibrilligen Garnen. Diese Eigenschaften bleiben auch nach mehreren Wäschen erhalten und lassen sich meist durch Bügeln wieder auffrischen (Herstellerangaben beachten!).
Ursprünglicher Einsatzbereich für Mikrofasergewebe war der Aktivsport: in Anoraks, Overalls und Hosen für Ski, Langlauf und Outdoor-Aktivitäten aller Art. In diesen Bereichen haben Mikrofasergewebe starke Konkurrenz von Membransystemen und Beschichtungen bekommen. Dennoch: Heute sind die Einsatzbereiche von Mikrofasern geradezu unbegrenzt.
Bei funktioneller Sportmode, die hohe technische Anforderungen an Material
und Materialkonstruktion stellt, eignet sich der Einsatz von Mikrofasern
für Sportarten, wo eine extrem hohe Atmungsaktivität gebraucht
wird: Joggen, Biken, Inline Skaten, Fitness.
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