|
Die Erfindung von wind- und wasserdichten, atmungsaktiven Membranen
für Wetterschutzbekleidung war eine Revolution für die Bekleidungsbranche!
Membranen sind hauchdünne Folien mit einer Dicke von etwa 0,025
Millimetern. Vergleichbar mit einer üblichen Haushaltsfolie.
Die Membranen sind hochempfindlich und dürfen auf keinen Fall
verletzt werden. Sind sie beschädigt, verlieren Sie ihre Wasserdichtigkeit.
Deshalb werden Membranen immer nur innenliegend und geschützt von
Oberstoffen und Futter verarbeitet. Neben der wind- und wasserdichten
Funktion zeichnen sich Membranen durch ihre Atmungsaktivität (exakt:
Wasserdampfdurchlässigkeit) aus.
Verdampfender Körperschweiß, der sich seinen Weg durch die
verschiedenen, (hoffentlich) gut aufeinander abgestimmten Bekleidungsschichten
nach außen bahnt, kann problemlos entweichen. Regentropfen, wiederum,
gelingt es nicht, die wasserabweisenden Membranen zu passieren und in
die Bekleidung einzudringen.
Grundsätzlich wird zwischen mikroporösen und porenlosen Membranen
unterschieden. Beide haben WWA-Funktionen, das heißt sie sind
winddicht, wasserdicht und atmungsaktiv. Die Körper- und Umgebungstemperatur
spielt für die Funktionalität eine wichtige Rolle: Es muss
draußen kälter sein als in Körpernähe, sonst funktioniert
das Prinzip nicht. 
Der ideale Temperaturunterschied liegt bei 15 Grad Celsius. Membranen
und Beschichtungen werden nie allein verarbeitet, sondern nur in Verbindung
mit anderen Geweben. Deshalb ist bei der Konstruktion eines Kleidungsstückes
die sinnvolle Kombination der verwendeten Materialien enorm wichtig.
Über die Abgrenzung von Membranen und Beschichtungen sind sich
auch Fachleute nicht immer einig: Es gibt beispielsweise Membranen,
die bei der Herstellung wie eine Beschichtung auf ein Trägerpapier
aufgebracht werden, das erst danach entfernt wird. Die so entstandene
Folie wird im zweiten Schritt auf das eigentliche Gewebe laminiert (=
punktgeklebt).
So werden Membranen verarbeitet
- Als Oberstoff-Laminat oder 2-Lagen-Laminat
Die Membrane wird auf den Oberstoff laminiert und normalerweise durch
das lose eingehängte Futter geschützt. Diese Laminate sind
hoch wasserdampfdurchlässig, sehr leicht und bieten ausgezeichneten
Tragekomfort.
- Das 3-Lagen-Laminat
Die Membrane wird mit dem Oberstoff und dem Innenfutter zu einer Schicht
laminiert. Man erhält auf diese Weise äußerst strapazierfähige
Materialien, allerdings mit einem etwas geringeren Tragekomfort. Der
Stoff ist etwas steifer, kompakter, raschelt und hat weniger textilen
Griff. Die Wasserdampfdurchlässigkeit ist geringer. Dafür
ist das Funktionsmaterial wesentlich strapazierfähiger und unempfindlicher
gegenüber äußeren Belastungen, wie Abrieb, etc..
- Das Insert-Laminat (früher auch Z-Liner-Laminat)
Die Membrane wird auf ein dünnes Trägermaterial laminiert
und lose zwischen Oberstoff und Innenfutter gehängt. Die Vorteile
liegen auf der Hand: Je weniger die Materialien miteinander verklebt
sind, desto höher ist die Wasserdampfdurchlässigkeit. Die
Schnittmöglichkeiten und die Wahl der Oberstoffe sind uneingeschränkt,
das modische Design somit auch.
- Futterstoff-Laminat (früher S-Liner)
Die Membrane wird auf den Futterstoff laminiert. Der Oberstoff ist
variabel. Diese Konstruktion macht eine sehr leichte und modische
Sport- und Freizeitbekleidung möglich.
|

|