Innovative Technologien

 

Die Welt der HighTech-Funktionsstoffe

High-Tech-Malerialien kommen aus dem Sport. Doch was für Höchstgeschwindigkeiten auf zwei Rädern oder Tiefsttemperaturen in Schnee und Eis seinen Zweck erfüllt, funktioniert ohne Frage auch im täglichen Leben. Neueste Technik macht Sportmode möglich, die in ihrer Funktion auf ganz unterschiedliche, individuelle Bedürfnisse abgestimmt ist.

Wenn die zähe Spinnmasse bei der Faserherstellunq durch die mikroskopisch feinen Düsen gepresst wird, haben die ultradünnen, mit bloßem Auge kaum sichtbaren Fäden bereits Tonstaub oder Zirkonium-Karbide in sich eingeschlossen, sind entweder innen hohl oder dehnen sich bis auf das 7-fache ihrer ursprünglichen Länge. Und nicht nur das Innenleben der Fasern wird beliebig modifiziert. Auch ihr Querschnitt nimmt unterschiedlichstes Format an. Mal sind sie rund, oval, blütenstempel-förmig, mal besitzen sie gleich mehrere Kanäle oder sie sind eckig. Jede Form hat ihren ganz eigenen, wunderbaren Effekt und der entscheidet über Glanz, Griff und Funktion des fertigen Stoffes.

Aus den feinen Fasern, Filamenten und Multifilamenten entstehen Garne, dann Stoffe, Gewirke und Strick. Das Geheimnis liegt in der Konstruktion und im Mischungsverhältnis von Menge und Material. Webt man beispielsweise reine Metallfäden mit ein, erzeugt das einerseits futuristisch anmutenden Glanz, andererseits wirkt Metall antistatisch. Eingearbeitete Metallfäden verhindern, dass sich der Körper mit Energien auflädt, die von elektrischen Geräten ausgehen. Durch elektromagnetische Spannung hervorgerufene Symptome wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen oder Kreislaufbeschwerden sollen so minimiert werden.

Mit dem Einspinnen von Fremdstoffen in die Mikrofilamente oder Fasern lassen sich die vielfältigsten Ergebnisse erzielen. So beispielsweise auch mit Keramik. Die thermische Wirkung von Keramikpartikeln, nichts anderes als Tonstaub, war schon in der Antike bekannt. Zu neuem Glanz erstrahlt das Wissen im Mix mit Zirkonium-Karbiden: da wirkt es wie eine Solarzelle. Treffen kurzwellige Lichtstrahlen auf, verwandeln sie sich in thermische Energie, die dem Körper als zusätzliche Wärme zur Verfügung steht. Bei sehr kalten Temperaturen. In der Sommerhitze funktioniert das Prinzip umgekehrt: Der Stoff verschafft Kühlung.

Wichtiger als der kühle Kopf ist allerdings der Schutz vor ungnädigen Sonnenstrahlen. Im Hochsommer reicht ein einfaches, weißes T-Shirt nicht aus, um die Haut vor Verbrennungen zu schützen. Außerdem sinkt der natürliche Schutzfaktor von SPF 8+, wenn die Baumwolle nass wird. Da wir uns aber auch nicht wie Nomaden in der Wüste mit dicken und dunklen Stoffen einhüllen wollen, ist der UV-Schutz unserer zweiten Haut umso wichtiger. Mit Schutzfaktoren von 40 bis 80+ bieten dichte Web- und Wirkkonstruktionen, manipulierte Fasern mit UV-reflektierenden Fremdpartikeln oder sonstige Ausrüstungen der Sonne genug Paroli. Umgerechnet entspricht ein SPF von 40+ einem Sonnenschutz von drei bis sechs Stunden für sehr empfindliche Haut und bis zu 20 Stunden bei normaler Haut.

Schutzfunktion ist das Zauberwort bei den funktionalen Stoffen, die längst auch von Designern der internationalen Modeszene entdeckt wurden. So kann es passieren, dass rubinroter Wein von Ihrer neuesten Hose abperlt wie Morgentau von den Blättern und der Winter mit seinen nassen, matschigen Straßen spurlos an Ihnen vorüber zieht. Dank Teflonbeschichtung oder sonstiger Schmutzausrüstung.

Intelligenz, das wird der neuen Textilgeneration nachgesagt - und so auch den temperaturregulierenden Phase Change Materials (PCM). Nicht etwa ein mikrofeiner Chip, sondern wachsähnliches Paraffin wird hier in Mikrokapseln eingeschlossen, um den Körper vor den Launen des Wetters zu schützen. Je mehr Mikrokapseln im Schaum, Stoff oder Garn eingearbeitet sind, desto effektiver die Wirkung. Die Wärme auf der Haut ist magisch, das Funktionsprinzip dennoch kein Hexenwerk. Natürliche, chemische Reaktionen im Textil führen den Wechsel des Aggregatzustandes vom Paraffin in den kleinen Kapseln herbei - von fest zu flüssig und umgekehrt. Dabei wird entweder Energie freigesetzt oder eben auch überflüssige Wärme gebunden.

 

touchbucherkl