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Für funktionelle Oberstoffe der Sportbekleidung werden meist synthetische Fasern verarbeitet. Die Anforderungen an die Kleidung sind hoch. In den Laborküchen der Chemiefaserhersteller lassen sich Eigenschaften von Stoffen und Materialien heute ganz gezielt planen und realisieren. Viel besser als es die Natur vorgibt.
Die heutige Technologie macht es möglich, Fasern zu produzieren oder konstruieren, deren Eigenschaften bereits im Vorfeld definiert werden. Zusätzliche Behandlungen und Ausrüstungen, wie Texturieren, ergänzen die bereits vorhandenen Funktionen.
Die Möglichkeiten der Chemiefasern sind nahezu unbegrenzt. Die Faserfeinheiten und Faserprofile lassen sich unendlich ab- und verändern und mit ihnen der Griff des Textils, das Volumen, der Feuchtigkeitstransport und die Lichtreflektion. Je nach Faserart, Gewebekonstruktion und Ausrüstung haben funktionelle Oberstoffe wind- und wasserabweisende Eigenschaften, hohen Tragekomfort und modisches Aussehen.
Die Querschnitte der Fasern sind so bunt wie die Abbildung: sie reichen
von einer runden bis hin zu einer trilobalen Form. Und je mehr Struktur
die Faseroberfläche hat, desto größer ist sie ...
und je unebener die Oberfläche ist, desto reizvoller sind die optischen
und die taktilen Effekte (Abbildung von H. D. Backhaus)
Für High-Tech-Materialien in der äußeren textilen Schicht werden folgende Faserarten verwendet:
Polyamid (PA)
Nylon und Perlon werden unter anderem als Polyamid bezeichnet. Polyamid wird durch hohe Kondensation von Diaminen und Dikarbonsäuren gewonnen und nach mehreren chemischen Prozessen zu Fasern versponnen.
PA nimmt etwa 4 Prozent seines Gewichts an Feuchtigkeit auf. Nylon und Perlon sind demnach versponnene Fasern, die besonders durch ihre hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit bestechen.
Polyester (PES)
Polyester ist die am häufigsten verarbeitete synthetische Faser. Sie besteht aus langen Molekülketten mehrwertiger Säuren und mehrwertiger Alkohole. Polyestergewebe sind in erster Linie leicht, besitzen eine Grundelastizität, haben Färb- und Formbeständigkeit, sind strapazierfähig und feuchtigkeitsleitend.
Neben Polypropylen nimmt Polyester von allen Chemiefasern am wenigsten Feuchtigkeit auf: maximal ein Prozent des Eigengewichts. Es trocknet deshalb auch sehr schnell.
Nylon
Nylon ist der Gattungsbegriff für Polyamid 6.6, das im Schmelzspinnverfahren
hergestellt wird. Es ist kein geschützter Markenname, wie beispielsweise
Perlon. Nylon wurde 1935 von DuPont erfunden und hat weltweit einen
unglaublich hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Nylonhemden in den 50er
Jahren waren ein Muss für jeden Mann....
Taslan
Taslan benennt Stoffe, deren Fasern (Nylon) unter Dampf texturiert werden. Die Endlosfasern (Filamente) erhalten bei der Texturierung eine starke Kräuselung, fast wie Schlingen und Schlaufen. Durch das so genannte Luftblasverfahren erhöht sich das Volumen der Fasern.
Die daraus gewebten Stoffe und Maschenwaren sind somit ebenfalls voluminöser und im Besitz eines weichen textilen Griffes. Diese Art der Texturierung wird Taslan-Ausrüstung genannt. Gewebte Taslanstoffe sind in der Regel wasser- und windabweisend sowie wasserdampfdurchlässig bzw. atmungsaktiv.
Je nach Faser- und Garnstärke sind die Stoffe mehr oder weniger dicht gewebt - die Qualitäts- und Funktionsunterschiede sind dementsprechend groß. Die Dichte der Stoffe entscheiden letztendlich, wie viel Feuchtigkeit von außen nach innen eindringen kann.
Verdampfender Körperschweiß wird an der Faseroberfläche nach
außen geleitet. Die Fasern selbst nehmen kaum Wasser oder Feuchtigkeit
auf. Die Oberfläche und der Griff von Taslan sind unterschiedlich:
Hier spielen die Faserstärke und die Texturierung eine Rolle. Grundsätzlich
gilt: Je feiner die Fasern sind, desto weicher und glatter ist der Stoff.
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