Beschichtungen


Eine andere Art, Stoffe wind- und wasserdicht zu machen, ist, sie einseitig zu beschichten. Wie bei den Membranen wird zwischen einer mikroporösen und porenlosen Beschichtung unterschieden. Der feine Beschichtungsfilm wird - anders als bei den Membranen - auf ein Trägergewebe gestrichen, meist in mehreren Schichten. Wie viele Schichten es letztendlich sind und wie sie sich zusammensetzen, bleibt das Geheimnis der einzelnen Hersteller und bewirkt unterschiedliche Funktionswerte. Das Trägergewebe ist in der Regel aus strapazierfähigem Polyester oder Polyamid.

Das Funktionsprinzip von Beschichtungen ist dem der Membranen ähnlich: Damit der verdunstende Körperschweiß in Form von Wasserdampf nach außen diffundieren kann, muss das Material wasserdampfdurchlässig/ atmungsaktiv sein. Eine Möglichkeit ist die mikroporöse Variante. Die viskose Beschichtungsmasse wird hier mittels chemischer Prozesse mikroporös. Eine andere Möglichkeit bieten porenlose Beschichtungen, die ankommende Feuchtigkeit auf chemo-elektrischem Weg diffundieren lassen. Vereinfacht ausgedrückt: Die Wasserdampfmoleküle werden entlang der Molekülketten nach außen weitergereicht.
Beschichtungen sind zuverlässig wasserdicht - auch, wenn sie mit Wassersäulen von 2.000 bis 10.000 Millimetern nicht ganz so leistungsfähig sind wie Membranen. Nachgesagt wird ihnen eine kürzere Lebensdauer, vor allem bei außen aufgetragenen Beschichtungen. Innenliegende Beschichtungen werden weitgehend vom Futterstoff geschützt.

Neben den wasserdampfdurchlässigen Beschichtungen gibt es Kompakt-Beschichtungen, im Volksmund bekannt als Ostfriesennerz. Die sind absolut undurchlässig: es kann nichts hinein, aber auch nichts hinaus. Das heißt, der Körper zu 100 Prozent vor Wind und Regen geschützt, dafür kann die verdampfende Körperfeuchtigkeit nicht entweichen. Zuständig für diese hohe Dichte ist ein durchgehender Kunststofffilm aus Polyurethan oder Silikon. Der Luftaustausch ist auf Öffnungen in den Bekleidungsstücken - Ärmel, Kragen und Bündchen - angewiesen. Als funktionelle Sportbekleidung für schweißintensive Aktivitäten eignen sich solche Kompaktbeschichtungen in keiner Weise. Da kein Wärmeaustausch von innen nach außen erfolgt, staut sich die Hitze bei starker körperlicher Anstrengung. Bei der Verarbeitung ist bei allen Beschichtungsverfahren zu beachten, dass Nähte wasserdicht verschweißt oder mit speziellen Nahtbändern abgedichtet werden müssen.

Für Beschichtungen kommen in der Regel folgende Materialien zum Einsatz

Polyurethan (PU)
PU wird als mikroporöse, porenlose und auch als kompakte Beschichtung oft in mehreren Lagen aufgetragen. Die weltweit meistverkaufte Beschichtungsmasse kommt von UCB und ist bekannt unter dem Markennamen "Breathe". Hier werden strenge Qualitätsrichtlinien eingehalten. Der Markenname Breathe - von UCB als Qualitätssiegel promotet - wird nicht unbedingt übernommen: Die meisten Stoffhersteller oder Konfektionäre geben ihren "Rezepturen" einen eigenen Namen. Deshalb ist die Markenvielfalt bei beschichteten Funktionsmaterialien so groß. PU-beschichtete Polyamid- und Polyestergewebe sind zuverlässig wasser- und winddicht mit Wassersäulen von bis zu 5.000 Millimetern, außerdem sind sie kältebeständig und abriebfest, sobald die Beschichtung innen liegt.

Silikon
Silikonbeschichtete Stoffe sind ebenfalls zuverlässig wasserdicht - mit Wassersäulen von bis zu 8.000 Millimetern. Silikon wird meist im Tauchbad aufgetragen. Auf diese Weise wird der Stoff beidseitig beschichtet. Während herkömmliche Beschichtungen die Reißfestigkeit des Gewebes reduzieren, tragen Silikonbeschichtungen zu deren Erhöhung bei. Nachteil: Silikonisierte Stoffe lassen sich nur schwer oder gar nicht verschweißen.

Polyvinylchlorid
Aus PVC wird die Beschichtung preiswerterer Regenbekleidung hergestellt. Als Nachteile von PVC ist aufzuführen, dass es bei niedrigeren Temperaturen bricht und sich, aufgrund seiner stumpfen Oberfläche, schneller abreibt als andere Beschichtungen.

 

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