
Abstandhalter
Sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar: Es sind feine herausstehende
Faserenden auf der Innenseite der Sportunterwäsche, die einen mikrofeinen
Abstand zur Haut halten. In diesem Zwischenraum bewegt sich die Luft
leicht, zirkuliert und erneuert sich. Das verhindert ein "Kleben"
des nassen Stoffes auf der Haut.
Acetat
Acetat ist auch als künstliche Seide bekannt. Es wird durch eine
chemische Reaktion zwischen Edelzellulose und Essigsäure gewonnen.
Bei dieser Reaktion entsteht Acetylzellulose, die - in Aceton gelöst
- zu Fasern umgeformt wird. Acetat ist nicht nur optisch mit der Seide
vergleichbar, sondern weist auch ähnliche Eigenschaften auf: sie
ist knitterunempfindlich, sehr elastisch, hat einen fülligen, weichen,
seidenähnlichen Griff, eine gute Formbeständigkeit (läuft
nicht ein) und schnelle Trocknungszeiten.
Anti-Geruchs-Ausrüstung
Schweiß selbt riecht nicht. Es sind vielmehr die Bakterien und
Ihre Ausscheidungsprodukte, die Geruch entwickeln. Um das wirksam zu
vermeiden, hat man verschiedene Möglichkeiten entwickelt. Eine
davon ist eine chemische Anti-Geruchs-Behandlung, die auf Fasern oder
auf den Stoff aufgetragen wird. Sie entzieht den Bakterien Bährstoffe
und verhindert das Vermehren. Auf diese Weise nehmen die behandelten
Stoffe auch bei längerem Tragen weniger Geruch an. Ausnahme: Amicor
von Accordis hat die bakterienhemmende Substanz in den innenliegenden
Faserkanälen. Sie wird kontinuierlich an die Faseroberfläche
abgegeben. Neu ist auch der Einsatz von Silber als natürliches
antibakteriell wirkendes Medium in oder um die Fasern.
Atmungsaktiv
Eigentlich ist "atmungsaktiv" nicht das richtige Wort, denn
ein textiles Material kann nicht selbstständig atmen. Vielmehr
ist es die menschliche Haut, die diese Fähigkeit besitzt. Mit atmungsaktiv
bezeichnet man die Wasserdampfdurchlässigkeit eines Materials.
Atmungsaktiv ist ein Material dann, wenn es für einen Austausch
des verdampften Körperschweißes sorgen kann, der sich zwischen
Haut und Kleidung bildet.
Ausrüstung
Ausrüstung ist der Sammelbegriff für alle Textilveredlungsverfahren,
die nach dem Weben, Wirken oder Stricken angewendet werden, um den Tragekomfort
zu erhöhen oder um Oberfläche, Charakter und Erscheinungsbild
zu verändern.
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Baumwolle (CO)
Baumwollfasern sind die Samenhaare einer malvenähnlichen, subtropischen
Staudenpflanze (Gossypium). Sie besteht zu 80 bis 90 Prozent aus Zellulose.
Die 0,01 bis 0,04 Millimeter dicke Einzelfaser setzt sich zusammen aus
einer Vielzahl von winzigen Fäserchen (Fibrillen), die bandförmig
sind und korkenzieherähnliche Drehungen haben. Diese Verwindungen
greifen beim Verspinnen wie Scharniere ineinander und bewirken die gute
Haftung der Faser in Garn. Verunreinigungen müssen vor dem Verspinnen
entfernt werden.
Für die Güte der Baumwolle sind neben der Länge der Fasern
die Farbe, die Feinheit, die Festigkeit, die Reinheit, die Schmiegsamkeit
und die Weichheit maßgeblich. Baumwolle kann bis zu 40 Prozent
ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, lädt sich statisch
nicht auf und ist - bei guter Hautverträglichkeit - angenehm zu
tragen. Sie ist im Verhältnis zur Haltbarkeit preiswert, kann gebleicht,
licht- und waschecht gefärbt und auch bei Kochtemperatur gewaschen
und mercerisiert werden. Sie ist von Natur aus wenig elastisch, trocken
und nass sehr reißfest, filzfrei, neigt allerdings zum Knittern
und wird leicht flusig. Ihr bedeutender Nachteil ist, dass sie aufgenommene
Feuchtigkeit nur sehr langsam wieder abgibt und deshalb extrem langsam
trocknet.
Bauschgarn
Bauschgarne bestehen aus texturierten - also gekräuselten - synthetischen
Fasern. Die Kräuselung verändert die Eigenschaften: sie sind
nicht nur sehr elastisch, die daraus gesponnenen Garne sind auch sehr
bauschig im Sinne von voluminös. In ihren Zwischenräumen ist
Luft eingeschlossen, entsprechend gut ist die Wärmeisolierung.
Bekleidungsphysiologie
Die Bekleidungsphysiologie ist die Wissenschaft vom Körper in seiner
textilen Umgebung. Sie erforscht die physikalischen Prozesse zwischen
Haut, Kleidung und Umwelt und deren Einfluss auf die Physiologie des
Menschen. Zentrum der wissenschaftlichen Forschung zu diesem Thema sind
die bekleidungsphysiologischen Institute Hohenstein e. V. in Bönnigheim
unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Micheels, EMPA in der Schweiz
und andere.
Bekleidungssystem
Für Sport oder sonstige schweißtreibende Aktivitäten
ist es wichtig, dass Feuchtetransport, Ventilation und Wetterschutz
gleichermaßen stimmen. Sonst fröstelt es den Körper
(Erkältungsgefahr!) oder es kommt zum gefährlichen Hitzestau.
Bei so genannten Bekleidungssystemen sind die unterschiedlichen Schichten
der Bekleidung - innere, Wärme- und äußere Schicht -
in ihrer Funktion genau aufeinander abgestimmt. Auch Zwiebelsystem genannt.
Beschichtungen
Eine Art, Stoffe wind- und wasserdicht zu machen ist die einseitige
Beschichtung mit Polyurethan, Silikon oder Polyvinylchlorid. Unterschieden
wird zwischen mikroporöser und porenloser (poromerischer und polimerischer)
Beschichtung. Im Gegensatz zur Membran, einer dünnen Folie, die
auf einen Stoff laminiert (geklebt) wird, ist die Beschichtung ein ultradünner
Film, der auf ein Gewebe aufgebracht wird. Damit der verdampfende Körperschweiß
von innen nach außen passieren kann, muss dieser Film wasserdampfdurchlässig
sein.
Neben den atmungsaktiven Beschichtungen gibt es inzwischen nur noch
vereinzelt - hauptsächlich im Arbeitsschutzbereich - die Kompaktbeschichtungen,
allen bekannt als "Ostfriesennerz". Hier sorgt ein durchgehender
Kunststofffilm für die Wind- und Wasserdichtigkeit. Es kann nichts
hinein, dafür aber auch nichts hinaus (kein Wasserdampf). Der Luftaustausch
ist auf Öffnungen in den Bekleidungsstücken wie Ärmel,
Kragen und Saum angewiesen. Für funktionelle Sportbekleidung taugt
diese Art von Beschichtung in keiner Weise.
Beschichtungsmaterialien
Es werden verschiedene Materialien für die wind- und wasserdichten
Beschichtungen verwendet:
- Polyurethan (PU) wird als mikroporöse, porenlose oder kompakte
Beschichtung aufgetragen. PU-beschichtete Polyamid- oder Polyester-Gewebe
sind zuverlässig wasser- und winddicht mit einer Wassersäule
von bis zu 5.000 Millimetern, sowie abriebfest und kältebeständig.
- Silikon. Silikonbeschichtete Stoffe sind zuverlässig wasserdicht
bis zu einer Wassersäule von 8.000 Millimetern. Silikon kann
als Tauchbad aufgetragen werden. Auf diese Weise wird der Stoff beidseitig
beschichtet. Normale Beschichtungen reduzieren die Reißfestigkeit
des Stoffes. Anders ist das bei silikonbeschichteten Textilien, deren
Reißfestigkeit erhöht sich sogar. Dafür ist es nicht
oder nur schwer möglich, silikonisierte Stoffe zu verschweißen.
- Polyvenylchlorid. Aus PVC wird die Beschichtung billiger Regenbekleidung
hergestellt. PVC bricht bei niedrigen Temperaturen und reibt sich
- aufgrund seiner stumpfen Oberfläche - schneller ab als andere
Beschichtungen.
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Chemiefasern
Chemiefasern werden in zwei Hauptgruppen unterteilt:
- Chemiefasern aus natürlichen Polymeren: Die langkettigen chemischen
Stoffe kommen in der Natur vor, müssen aber in Faserform gebracht
werden (z. B. Viskose, aus dem Zellulose-Anteil von Holz)
- Chemiefasern aus synthetischen Polymeren (= Synthesefasern): Die
langkettigen chemischen Stoffe müssen erst auf chemischem Weg
hergestellt werden, z. B. aus Erdöl. Sie kommen in der Natur
nicht vor, wie Polyamid, Polyester und Polyacryl. Im Vergleich zur
Naturfaser ist ihre herausragende Eigenschaft die geringe Feuchtigkeitsaufnahme.
Die Chemiefaser transportiert aufgrund kapillarer Kräfte die
auftretende Körpernässe meist an ihrer Faseroberfläche
- bei Hohlfaser-Konstruktionen in inneren Kanälen - von innen
nach außen.
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Daune
Daunen wachsen im Gefieder von Wasservögeln, den Enten und Gänsen.
Besonders im Brustbereich bilden sich zwischen den Federn Luftpolster,
die das Tier vor Kälte, aber auch vor Hitze schützen. Daunen
sind unglaublich leichte und zarte Gebilde, den Schneeflocken ähnlich,
mit vielen Verzweigungen und Verästelungen. Die Daune hat keinen
Kiel wie Federn, sondern nur einen sternförmigen kleinen Kern,
aus dem strahlenförmig die Verästelungen abgehen. Eine Daune
wiegt etwa 1,0 bis 1,4 Milligramm. Für ein einziges Kilogramm Füllung
werden etwa 400.000 bis 1 Million Daunen gebraucht.
Die Daune ist ein besonders hochwertiger und teurer Kälteschutz.
Die Luftmoleküle, die zwischen den feinen Daunenhärchen gehalten
werden, bieten einen ausgezeichneten Isolationswert bei sehr geringem
Gewicht.
Denier
Denier ist die Maßeinheit für die Faserstärke, basierend
auf einer festgelegten Länge. Sie bezeichnet das Gewicht eines
Fadens von 9.000 Metern Länge, gemessen in Gramm. Als Beispiel:
1 Denier bedeutet, dass 9.000 Meter der Faser ein Gramm wiegen. Diese
Maßeinheit wird vorwiegend in den USA und Fernost verwendet. In
Europa wird in der Regel mit dtex gerechnet.
dtex
dtex ist die Abkürzung für Dezilex. Es kennzeichnet das Gewicht
und damit die Feinheit von Chemiefasern. Als Beispiel: 1 dtex bedeutet,
dass 10.000 Meter der Faser 1 Gramm wiegen, bei 150 dtex wiegen 10.000
Meter der Faser 150 Gramm.
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Einzeltiter
Die Feinheit der Einzelfaser (Kapillare) im Garn wird als Einzeltiter
bezeichnet. Ein Garn kann aus wenigen Fasern mit großem Einzeltiter
oder vielen feinen Einzeltitern bestehen und doch die gleiche Stärke
haben. Die Stärke der Garne aus Filamenten (endlosen Fasern) werden
meist mit zwei Zahlen angegeben. Erstere gibt den Titer des Garns (Garnstärke)
an, zweitere die Anzahl der Elementarfasern (meist gleich wie die Düsenzahl
der Spinndüse).
Elastan
Elastische Fasern bestehen aus segmentiertem (in Segmente oder einzelne
Elemente zerlegtes) Polyurethan. Unter Einwirkung von Zugkräften
können die Fasern um mindestens das Dreifache der ursprünglichen
Länge gedehnt werden und kehren nach dem Loslassen der Spannung
sofort wieder in die Ausgangslänge zurück. Lycra (Marke aus
dem Hause Invista, ehemals DuPont) kann sogar um das 4- bis 8-fache
der ursprünglichen Länge gedehnt werden. Elastan setzt sich
zusammen aus flexiblen Segmenten, die mit starren Segmenten verbunden
sind. Dieser Verbund verleiht den Faser ihre Dehnfähigkeit und
Rücksprungkraft.
Elastanfasern werden nie rein verarbeitet, sondern immer mit einer oder
mehreren Natur- oder synthetischen Fasern. Wie viel Elastan beigemischt
wird, hängt davon ab, wie dehnbar der Stoff sein soll. Die elastischen
Fasern können entweder "nackt" als Beilauffaser verarbeitet,
um andere Fasern gewickelt, umsponnen oder verwirbelt werden, je nach
Verwendungszweck und Faserart. Elastan (in den USA übrigens Spandex
genannt) kann sowohl Maschenwaren als auch Geweben beigemischt werden.
Elastizität und Formbeständigkeit
Die elastische Dehnung und ihre Rücksprungkraft ist als Puffer
für auftretende Spannungen in der Bekleidung und der Verarbeitung
wichtig. Die Elastizität der Faser beeinflusst die Formbeständigkeit,
Knittererholung und den Griff der Textilien. Mischungen aus Baumwolle/
Elastan müssen viel weniger gebügelt werden.
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Faden
Ein Faden ist laut DIN 60900 ein linienförmiges Gebilde, das durch
Zusammendrehen mehrer Einzelfasern gewonnen wird. Dies können Filamente
oder Spinnfasern sein.
Fadendichte
Die Fadendichte beschreibt die Zahl der Kett- und Schussfäden auf
einer bestimmten Fläche und drückt somit die Geschlossenheit
eines Gewebes aus.
Farbstoffe
Es werden folgende Farbstoffe zum Färben von Textilien unterschieden:
- Reaktiv-Farbstoffe erzeugen ungewöhnlich waschechte und sehr
brillante Farbstoffe, die vorzugsweise für Baumwoll- und Viskosegewebe
verwendet werden. Reaktiv-Farbstoffe gehen mit der Faser eine chemische
Reaktion ein, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.
Diese Form der Färbung ist sehr teuer. Die Farbstoffe gibt es
auch für Polyamide, Wolle und sie eignen sich für den Stoffdruck.
- Pigmentfarbstoffe sind Farbstoffe, die mit Hilfe von Bindemitteln
auf dem Stoff verankert werden. Möglich sind nur hellere Töne.
Wasch- und Reibechtheiten sind problematisch. Bei Polyamidwaren verbessern
Pigmentfärbungen den Griff.
- Unter Dispersionsfarbstoffe sind im Farbbad nicht gelöste,
sondern ganz fein verteilte Farbstoffe zu verstehen. Sie eignen sich
für Acetat und Synthetics, da deren Fasern kaum quellen und fast
keine Feuchtigkeit aufnehmen.
Farben in der Bademode
Grundsätzlich gilt: Helle Farben sind im nassen Zustand durchsichtiger
als dunkle Farben. Neon- oder leuchtend bunte Farben werden durch eine
besondere Farbzusammensetzung erzielt. Diese Töne sind nicht wirklich
lichtecht und neigen zum Verblassen. Vor allem sehr farbintensive Badebekleidung
kann bei der ersten Wäsche ausfärben. Was färbt, ist
die überschüssige Farbe im Stoff. Deshalb ist es sinnvoll,
den Bikini erst mal separat zu waschen. Mit einem Schuss Essig. Die
Farbe bleibt dann brillant.
Farbechtheiten
Die Farbechtheit drückt die Widerstandsfähigkeit von Färbungen
und Drucken auf Geweben und Maschenwaren gegen die verschiedensten mechanischen
oder chemischen Einflüsse aus (UV-Licht, Meerwasserechtheit, Waschechtheit,
etc.).
Fasern
Eine Faser ist der Grundstein aller Garne und die kleinste Einheit eines
Textils. Es sind linienförmige Gebilde, die zu Garnen versponnen
werden. Diese Garne lassen sich durch Spinnen oder Weben zu Textilien
verarbeiten. Wesentliches Merkmal ist die Faserform: Im Verhältnis
zu ihrer Länge sind Fasern sehr fein, mit einem kleinen Querschnitt.
Die Mindestlänge für den Spinnprozess der Garne liegt bei
ca. 15 Millimetern. Ihre Biegsamkeit ist wichtig für Spinnbarkeit
und Tragekomfort, die Festigkeit muss für die Verarbeitung und
sonstige Beanspruchungen ausreichen.
Je nach Faserlänge wird unterschieden zwischen
- Spinnfasern (begrenzte Länge von 15 bis 150 Millimetern)
- Filamenten (Endlosfasern) aus einem (= Monofil) oder mehreren (=Multifil)
Einzelfaden/ -fäden
- und Flock (-fasern), die mit einer Länge unter 15 Millimetern
nicht mehr versponnen werden können
Faseraufbau
Natur- und Chemiefasern bestehen aus kettenförmigen Polymeren (poly
= viel, meros = Teil), das heißt aus sehr langen, meist unverzweigten
(linearen) Molekülen bzw. Makromolekülen. Die Polymere werden
aus kleinen Bausteinen (Monomeren) aufgebaut, die Verknüpfung passiert
entweder in der Natur (Biosynthese) oder in gezielt hervorgerufenen
chemischen Prozessen. Die Anzahl der Monomere in einer Kette wird als
Polymerisationsgrad (kurz: DP) bezeichnet. Die Kettenlänge ist
wichtig für die Faserfestigkeit.
Faserglanz und Eigenfarbe
Der Glanz einer Faser hängt von der Oberflächenstruktur und
deren Lichtreflexion ab. Bei Chemiefasern kann der Glanz durch Profilform
und Mattierungsgrad verändert werden. Die Naturfasern haben eine
mehr oder weniger ausgeprägte Eigenfarbe. Sie sind gelblich - Chemiefasern
dagegen meist weißlich. Durch Bleichen oder Färben kann die
Eigenfarbe verändert und durch gewünschte Farbtöne ersetzt
werden. Naturfasern sind oft mit Begleitsubstanzen verunreinigt, die
vor der Verarbeitung gründlich entfernt werden müssen.
Faserkräuselung
Naturfasern sind von Natur aus gekräuselt, Chemiefasern können
nachträglich gekräuselt (für Spinnfasern) bzw. texturiert
(für Filamente) werden. Die Kräuselung erhöht die Haftfähigkeit
der Fasern und erleichtert bis zu einem gewissen Grad das Verspinnen.
Gekräuselte Fasern geben der Ware mehr Volumen und somit einen
weicheren und wärmeren Griff, mehr Warmhaltevermögen und eine
höhere Saugfähigkeit wegen ihrer größeren Oberfläche.
Faserlänge
Bei Naturfasern ist die Faserlänge naturgegeben. Chemiefasern werden
zunächst immer in Filamenten (Endlosfäden) hergestellt, können
aber anschließend zu Spinnfasern geschnitten bzw. gerissen werden.
Die Faserlänge wird als Stapel bezeichnet. Je größer
die Faserlänge, desto feiner, fester und glatter die daraus gesponnenen
Garne.
Faseroberflächenbeschaffenheit und Querschnitt
Naturfasern haben meist eine natürlich strukturierte Oberfläche
mit einem charakteristischen Querschnitt. Dadurch wird die Verspinnbarkeit
verbessert. Chemiefasern dagegen sind glatt und strukturlos und brauchen
eine künstlich hervorgerufene Spinnpräparation. Die möglichen
Querschnittsformen sind unglaublich vielfältig und hängen
vom Spinnprozess und von der Düsenform ab. Die Oberflächenbeschaffenheit
beeinflusst auch Griff, Glanz, Garnherstellung und Pillingverhalten.
Faserpelz
Schon seit vielen Jahrzehnten ist der Faserpelz beliebt - egal, ob bei
Waldarbeitern, Fischern, Seglern oder wahren Outdoorfreaks, die weder
Wind noch Wetter scheuen. Heute ist er vor allem der Vorläufer
des beliebten Fleeces. Dennoch wird er nach wie vor in einigen Bereichen
eingesetzt. Der Faserpelz wird mit Hilfe der Doppelschlingen-Technik
hergestellt. Je nach Anwendung gibt es ein- und zweiseitige Ausführungen.
Nachteil ist die Knötchenbildung an der Oberfläche oder besser
das Pilling bei häufigem Tragen. Zudem muss der Faserpelz häufig
gewaschen werden, da er im sauberen Zustand besser isoliert. Das weiche
Material (Polyamid) machen Faserpelz-Westen oder -Jacken zu einem sehr
robusten und langlebigen Kleidungsstück.
Feinheiten
Wie dick oder dünn ein Garn ist, wird in verschiedenen Maßeinheiten
gemessen.
- Die metrische Garnnummer ergibt sich aus der Länge eines Garnes,
dividiert durch seine Masse (Gewicht): Nm = Länge : Gewicht.
Die Garnfeinheit von Nm 50 bedeutet, dass 50 Meter ein Gramm wiegen.
- Dem numerischen Wert steht der Titer (tex, dtex, den) gegenüber.
Üblich ist heute die Feinheitsangabe in tex. Es gilt: tex = Gewicht
: Länge in 1.000 Meter. Die Garnfeinheit von 20 tex bedeutet,
dass 1.000 Meter 20 Gramm wiegen. Fasern (auch Filamentgarne) werden
in der Regel durch ihre Feinheit in dtex (= dezitex) definiert. 1
tex entspricht 10 dezitex. Bei Filamentfäden ist die Faserfeinheit
aus den Angaben zum Faden ersichtlich. 360 dtex f136 gibt an, dass
136 Einzelfilamente mit einer Faserfeinheit von jeweils 2,6 dtex einen
Faden mit 360 dtex ergeben.
- Die alte Einheit ist Denier: 1 den entspricht 1 Gramm und 9 Kilometern
Länge. Bei kreisrunden Fasern wie der Wolle wird die Angabe auch
als Durchmesser in µm (Mikrometer) gemacht.
Naturfasern weisen wachstumsbedingt größere Schwankungen
in ihrer Feinheit auf als Chemiefasern. Um einen Faden zu bilden, ist
eine Mindestzahl von Fasern im Garnquerschnitt erforderlich. Je feiner
die Fasern, desto feiner die Garne, die daraus gesponnen werden können.
Die Feinheit beeinflusst auch Weichheit, Biegsamkeit, Füllkraft,
Verschleißverhalten, Formbeständigkeit und bekleidungsphysiologisches
Verhalten.
Feuchtigkeitsaufnahme
Mit Hilfe einer Messmethode wird die Feuchtigkeitsaufnahme von Fasern
gemessen. Bei relativer Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent und einem Trockengewicht
von... bei 20° Celsius wird die Feuchtigkeitsaufnahme in Prozent
gemessen. Fasern, die viel Nässe aufnehmen, sind hydrophil. Solche,
die Feuchtigkeit abstoßen, hydrophob. Mit der Wasseraufnahme einer
Faser hängt auch ihr Quellvermögen zusammen.
Fibrillen
Fibrillen sind die Elementarfaser eines Filamentgarnes. Multifilamentgarne
bestehen aus mehreren Einzelfäden und somit aus mehreren Fibrillen.
Fleece
Fleece ist eine Maschenware (Gewirk) aus Mikrofilamenten. Nach dem Wirkvorgang
beginnt der eigentliche Werdegang des Fleeces: In einem aufwändigen
Verfahren wird die Oberfläche gebrochen. Scharfe, hakenbesetzte
Röllchen reißen die Schlingen (Henkel) der Maschenware an
der Oberfläche auf. Das aufgerissene Garn öffnet sich. Milliarden
von Mikrofilamenten quellen heraus und bilden einen flauschig weichen
Flor, der für die isolierende Funktion und den guten Feuchtetransport
des Materials verantwortlich ist. Fleece kann ein- oder beidseitig aufgeraut
werden. Nach der Grundbehandlung kommen Scher- und Nachbehandlungen.
Je qualifizierter der Fleecevorgang und die Nachbehandlung, desto hochwertiger
ist das fertige Produkt und seine Eigenschaften.
Feuchtetransport
Darunter ist die Eigenschaft eines Textils zu verstehen, Körperschweiß
von der Haut zu nehmen und sie an der Faseroberfläche oder in Faserkanälen
(Hohlfasern) nach außen zu transportieren. Fasern, die an ihrer
Oberfläche Wasserdampf absorbieren, nennt man hydrophil (wasseranziehend).
Stoßen sie die Feuchtigkeit ab, sind sie als hydrophob (wasserabweisend)
zu bezeichnen. Der Feuchtigkeitstransport geschieht immer von der wärmeren
Temperaturzone (in der Regel der Haut) zur kälteren Temperatur
(nach außen).
Filament
Filament ist die Bezeichnung für die chemisch hergestellten Einzelfasern,
die zu Filamentgarnen zusammengefasst werden. Die Garne sind dann entweder
monofil (= eins) oder multifil (= mehrere).
Filamentgarn
Ein Filamentgarn ist von sehr großer, endloser Länge (Endlosgarne)
und aus Chemiefasern. Das Garn kann aus einem oder mehreren Einzel-Filamenten
bestehen und ist somit entweder monofil oder multifil.
Formstabilität
Die gesamte dreidimensionale Stabilität des Kleidungsstückes
soll erreichen, dass die Form auch bei längerem Tragen und nach
mehreren Wäschen erhalten bleibt. Stoffe, denen Elastanfasern (zum
Beispiel Lycra) beigemischt werden, haben in der Regel mehr Formstabilität.
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Garn
Ein Garn ist ein endloses, fadenförmiges Gebilde, das aus längenbegrenzten
Spinnfasern oder aus endlosen Filamenten hergestellt (gesponnen) wird.
Gestrick
Maschenwaren werden unterschieden in Gestricke und Gewirke. Strickwaren
werden sowohl auf Flach- als auch auf Rundstrickmaschinen mit einer
oder zwei Nadelreihen hergestellt. Die Maschen in einer Maschenreihe
werden dabei immer nacheinander gebildet. Vergleichbar ist dieser Vorgang
mit dem "Handstricken".
Gewebe
Bei Geweben handelt es sich um textile Flächen, die aus Längs-
und Quer- oder - anders ausgedrückt - aus Kett- und Schussfaden
bestehen, die miteinander verkreuzt sind. Der Herstellungsvorgang wird
Weben genannt, die Art der Fadenverkreuzung Bindung. Es gibt drei Grundbindungen:
- Leinwandbindung (Tuchbindung)
- Atlasbindung
- und Körperbindung
Bindung, Garnfeinheit (dtex) und Dichte (Anzahl der Fäden pro
cm²) sind die Hauptfaktoren der Gewebestruktur und sie bestimmen
Aussehen, Stärke und Funktionen des Stoffes.
Gewirk
Die zweite Variante der Maschenwaren sind Gewirke. Wirkwaren entstehen
nicht wie beim Stricken Masche um Masche, sondern dadurch, dass mehrere
Maschen zugleich vorgeformt (Kulieren der Schleifen) und dann zu Maschen
ausgearbeitet werden. Wie beim Gestrick ist die fertige Maschenware
sehr elastisch und dehnbar, sie passt sich dem Körper an und hat
ein großes Wärmerückhaltevermögen.
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Henkel/Henkelplüsch
Henkel dienen bei funktioneller Maschenware als Abstandshalter zur Haut.
Es sind ausgebildete Schleifen, die für ganz bestimmten Bindungen
gebraucht werden. Der echte Henkelplüsch wird auf Rundstrickmaschinen
hergestellt und besteht aus geschlossenen Plüschschleifen, die
sehr strapazierfähig sind. In den Schlingen sind winzige Luftkammern,
die für eine gute Wärmeisolation sorgen.
Hohlfasern
Hohlfasern haben die Struktur eines Schwammes. Viele Kanäle im
Innern und Risse und Öffnungen in der Oberfläche saugen die
Nässe mit Hilfe der Kapillarkräfte förmlich von der Haut,
absorbieren sie und leiten sie nach außen. Durch die spezielle
Faseroberfläche wird eine Rückbefeuchtung der Haut verhindert
und ein Verdunsten nach außen hin möglich gemacht.
hydrophil
Hydrophil sind die Fasern, die wasseranziehend oder wasserfreundlich
sind und eine gute Netzfähigkeit besitzen. Sie können relativ
viel Feuchtigkeit aufnehmen. Diese Eigenschaft kann durch zusätzliche
Ausrüstungen noch verstärkt werden.
hydrophob
Hydrophob sind Fasern, die wasserabweisend und wasserabstoßend
sind. Diese Eigenschaft kann durch zusätzliche Ausrüstung
noch verstärkt werden.
hygroskopisch
Hygroskopisch ist eine Faser dann, wenn sie Wasser aufnimmt. Faserstoffe
nehmen unterschiedliche Mengen an Wasserdampf auf. Der Wassergehalt
beeinflusst wiederum andere Fasereigenschaften, wie deren Festigkeit.
Um Unsicherheiten im Handel auszuschalten, ist international ein Höchstwert
für den Feuchtigkeitsgehalt (= Reprise) festgelegt.
Hydrophilierung
Um die wichtigste Voraussetzung für funktionelle Sportbekleidung
zu erfüllen, nämlich luft- und wasserdampfdurchlässig
zu sein, werden Textilien hydrophil ausgerüstet. Wasserliebende
Teilchen werden als Film auf die Fasern aufgetragen. Die Ausrüstung
bewirkt, dass sich die Feuchtigkeit auf der Faseroberfläche ausbreitet
und der Schweiß schneller nach außen geleitet wird.
Hydrophobierung
Gewebe, das kein Wasser durchlassen soll, wird wasserabweisend ausgerüstet.
So zum Beispiel die Regenschutz- oder Wetterschutzbekleidung. Je nach
Verwendungszweck können unterschiedliche Effekte erzielt werden.
Entweder es ist so, dass das Wasser abperlt und Wasserdampf oder Luft
das Gewebe erst gar nicht durchdringen können oder das Gewebe nimmt
- nach längerem Aufenthalt im Regen - nur sehr wenig Wasser auf.
Diese Wirkungen werden durch Aufbringen von Parafinen, Aluminium- oder
Zirkonsalze, sowie durch Silikon-Emulsionen erreicht.
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Isolationsfähigkeit
Die Isolationsfähigkeit oder auch Wärmeisolationsfähigkeit
bezeichnet die Eigenschaft eines Textils, das Entweichen der Körperwärme
zu verhindern. Diese Fähigkeit hängt nur wenig von der Leitfähigkeit
der Fasern selbst ab, sondern von der Texturierung, damit dem Volumen
der Garne und der Gewebekonstruktion. Das Volumen entscheidet darüber,
wie viel isolierende Luft im Textil eingeschlossen werden kann.
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Kapillare
Der Begriff, der in der Medizin für feinste Haar- bzw. Blutgefäße
steht, wird in der Textilindustrie für feinste Fasern, die zu Garnen
gesponnen werden, genutzt. Der Kapillarfaden ist der beim Düsenspinnverfahren
aus der Bohrung der Spinndüse austretende Einzelfilamentfaden.
Kapillarwirkung
In den winzigen Zwischenräumen zwischen den Kapillaren (Fasern
oder Fibrillen) wird einerseits Luft als isolierendes Polster gespeichert,
andererseits entsteht eine Sogwirkung, die Feuchtigkeit in Form von
Wasserdampf von innen nach außen leitet. Ähnlich wie ein
Docht, der die Feuchtigkeit (in dem Fall den Wachs) von einem Ende zum
anderen zieht. Gemeint ist also die Bewegung von Flüssigkeit innerhalb
einer Faser oder eines Stoffes. Die Richtung wird bestimmt durch die
Temperaturunterschiede: in der Regel von warm zu kalt bzw. von der wärmeren
Temperatur in Haut- oder Körpernähe zur kälteren Temperatur
an der Außenluft. Im Amerikanischen heißt Kapillarwirkung
Wicking (Dochtwirkung).
Kette/Kettfaden
Längslaufender Faden im Gewebe, der im rechten Winkel zum Schussfaden
liegt.
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Laminat
Ein Laminat ist die feste Verbindung von mindestens zwei Stoffen (meist
Gewebe, aber auch Maschenwaren). Man unterscheidet zwischen 2-Lagen-
und 3-Lagen-Laminat. Ersteres besteht immer aus einem Überstoff,
der nach außen getragen wird und einer Membrane, zweiteres aus
Oberstoff und Futter mit einer dazwischenliegenden Membrane. 2-Lagen-Laminate
haben eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit, sind sehr leicht und
bieten guten Tragekomfort. 3-Lagen-Laminate dagegen werden zu einer
festen Schicht verklebt, sind relativ stabil und sehr strapazierfähig.
Die Wasserdampfdurchlässigkeit wird durch die Laminierung der Membran
innen und außen etwas herabgesetzt. Grundsätzlich müssen
alle Nähte wasserdicht verschweißt oder verklebt werden.
Leinen
Leinen ist eine Naturfaser aus Bast. Zusammengehalten werden die Fasern
mit Pektin. Durch den glatten Griff kühlt Leinen und ist deshalb
für Tropenkleidung gut geeignet. Ansonsten wird Leinenstoff für
funktionelle Sportbekleidung nicht verwendet.
Leistungsumsatz des Menschen
Die Wärmebildung im menschlichen Körper wird zum Teil (etwa
1/3) in Muskelleistung umgesetzt. Der Rest (etwa 2/3) wird nach außen
abgegeben. Die Leistungsumsätze werden in der Leistungseinheit
Watt angegeben. Je nach körperlichen Tätigkeit ist die Wärmebildung
beim Menschen sehr unterschiedlich. Die folgenden Zahlen gelten für
einen Mann mit 1,73 m Körpergröße und 70 kg Gewicht.
Für schwerere oder leichtere Menschen ist bei gleicher Tätigkeit
die Wärmebildung proportional zum Körpergewicht verschieden.
Gehen zwei Menschen, der eine 50, der andere 100 Kilogramm schwer, nebeneinander
her, produziert der doppelt so schwere auch doppelt so viel Wärme.
Leistungsumsatz des Menschen bei verschiedenen Tätigkeiten:
- Schlafen: 85 Watt
- ruhig Sitzen: 115 Watt
- Stehen: 160 Watt
- leichte körperliche Arbeit: 200 Watt
- mittelschwere körperliche Arbeit (entspricht Gehen mit 4 km/h):
280 Watt
- schwere körperliche Arbeit (entspricht Gehen mit 5 km/h): 350
Watt
- maximal zumutbare Schwerstarbeit: 450 Watt
- Skilanglauf: 700 Watt
- Hochleistungssport bis 800 Watt
- kurzzeitige Höchstleistung: 1.000 - 1.200 Watt
Liner
Liner sind textile Flächen, die lose zwischen Oberstoff und Futter
eingelegt werden. Grundsätzlich unterscheidet man Z-Liner (auch
Insertlaminat) und S-Liner (auch Futterstofflaminat). Der Z-Liner ist
heute in Europa das gängigste Verfahren. Die Membran wird auf ein
dünnes Trägermaterial (-fleece) laminiert und lose zwischen
Oberstoff und Futter eingehängt. Beim S-Liner wird die Membran
direkt auf den Futterstoff laminiert. Der Oberstoff kann wie beim Z-Liner
frei gewählt werden.
Lichtechtheit
Textilien sollten gegen natürliches UV-Licht und gegen jede Art
von künstlichem Licht resistent sein, damit Farben und Eigenschaften
der Gewebe oder Maschenwaren erhalten bleiben. Die Lichtechtheit wird
gemessen nach DIN 54003 in einer Skala von 1 bis 8.
Luftdurchlässigkeit
Die Luftdurchlässigkeit benennt die Widerstandsfähigkeit eines
Textils gegen den Austausch von Luft. Luftdurchlässigkeit wird
allgemein auch mit Winddichte umschrieben. Ein Testwert von 0 weist
einen Stoff aus, der absolut keine Luft durchlässt (in cc/cm²
x sec).
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Maschenwaren, auch Gestrick
Maschenwaren sind textile Flächen, bei denen Garne in eine Reihe
ineinandergreifender Schlingen umgeformt sind. Es werden hierbei ein
oder mehrere Fäden mit sich selbst zu Maschen verschlungen (deshalb
der Begriff Maschenware). Unterschieden wird zwischen gewirkt oder gestrickt.
Mehrschichtenprinzip, auch Bekleidungssystem, Zwiebelsystem
Die verschiedenen Bekleidungsschichten, angefangen bei der Unterwäsche
bis hin zum äußeren Wind- und Wetterschutz, harmonieren bestens
in Funktion und Tragekomfort. Besonders wichtig ist der Feuchtetransport
durch alle Schichten hindurch - er sorgt für die notwendige Wärmeregulierung.
Membran
Wind- und wasserabweisende Membranen sind hauchdünne Folien mit
einer Stärke von etwa 0,025 Millimetern (so dick etwa wie Haushaltsfolie).
Um sie verarbeiten zu können, muss die Membran auf ein Trägermaterial
laminiert (geklebt/ verschweißt) werden. Die Membranen sind hochempfindlich
und dürfen nicht verletzt werden. Deshalb werden sie so verarbeitet,
dass sie von Ober- und Futterstoff geschützt sind. Es gibt mikroporöse
und porenlose Membranen. Beide Versionen zeichnen sich dadurch aus,
dass sie wind- und wasserdicht sind, Körperschweiß in Form
von Wasserdampfmolekülen aber von innen nach außen diffundieren
lassen. Dabei spielen die Körper- und Umgebungstemperatur eine
wichtige Rolle. Es muss außen kälter sein als innen.
Meraklon
Meraklon ist die Polypropylenfaser eines italienischen Herstellers.
Sie wird hauptsächlich für funktionelle Sportunterwäsche
bzw. bei doppelflächigen Maschenwaren als auf der Haut liegende,
feuchtigkeitstransportierende Innenseite verarbeitet.
Mercerisieren
Mercerisieren ist die Veredelung von Baumwolle zur Erhöhung des
Glanzes, des Farbaufnahmevermögens, der Festigung, Dehnung und
Elastizität mittels chemischer Behandlung in konzentrierter, warmer
Natronlauge unter Spannung. Die Baumwolle wird dadurch fester und formstabiler,
verliert durch den Mercerisiervorgang allerdings etwas ihrer Saugfähigkeit.
Mikrofaser
Hierbei handelt es sich um außergewöhnlich feine Fasern aus
Polyamid oder Polyester mit Stärken von 1,0 bis 1,2 dtex. Da Mikrofasern
aufgrund dieser Feinheiten sehr dicht gewebt werden können, hat
das fertige Gewebe bis zu 7.000 Fasern pro cm2. Mikrofaserstoffe sind
wind- und wasserabweisend und haben meist eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit.
Die Wassersäule dieser Gewebe liegt bei circa 200 bis 1.000 Millimetern,
während die DIN-Norm 61539 für wasserdichte Bekleidung eine
Wassersäule von mindestens 1.300 Millimetern vorschreibt. Dicke
und Dichte der Stoffe können anhand der Gewebekonstruktion variiert
werden. Dabei gilt: je dichter das Gewebe, desto höher die Wassersäule
und desto geringer die Wasserdampfdurchlässigkeit.
Mikroklima
Entscheidend für ein Wohlfühlen in der Kleidung - selbst bei
sehr schweißtreibenden Sportarten - sind die klimatischen Bedingungen
zwischen Haut und Textil. Also das Temperaturverhältnis und die
vorherrschende Luftfeuchte. Sogenannte "Abstandshalter" (herausstehende
Faserenden bei Spinnfasern oder Frottee-Schlingen in der Maschenkonstruktion)
schaffen einen Abstand vom Textil zur Haut, in dem die Luft zirkulieren
und sich so ein gesundes Mikroklima entwickeln kann.
Modal
Modal wird aus der natürlichen Zellulose des Buchenholzes gewonnen
und zeichnet sich durch angenehm weichen, geschmeidigen Griff und hohe
Saugfähigkeit aus. Wie die rasterelektronische Aufnahme zeigt,
besitzt Modal im Vergleich zur Baumwolle eine glatte Oberfläche
und hohe Reinheit. Diese wirkt den sogenannten Inkrustationen entgegen:
Weichheit, Saugfähigkeit und Farbbrillanz bleiben auch nach vielen
Wäschen erhalten. Modal kann mit Faserfeinheiten von 1,0 bis 1,5
dtex verarbeitet werden.
Modifizierung
Oberbegriff für die Veränderung spezifischer Eigenschaften
von chemischen Faserstoffen mit Hilfe chemischer oder physikalischer
Prozesse. Ziel ist es, bessere Trage- oder Pflegeeigenschaften zu erreichen
und die Anfälligkeit für Verschmutzung oder Pilling zu verringern.
Mykose
Mykose bezeichnet den Pilzbefall der Haut, der gefördert wird durch
ein feuchtwarmes Mikroklima bei starkem Schwitzen und einem unzureichenden
Feuchtetransport.
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Naturfasern
Naturfasern kommen in den Natur bereits in Faserform vor. Sie werden
in drei Gruppen eingeteilt:
- pflanzliche Fasern wie Baumwolle oder Flachs
- tierische Fasern wie Wolle oder Seide
- und mineralische Fasern wie Asbest. Die mineralischen Fasern haben
allerdings nur eine geringe Bedeutung für Textilien.
Als Naturfasern werden alle in der Natur vorkommenden Faserstoffe bezeichnet.
Die tierischen Fasern bestehen aus Eiweiß und werden nach Wolle
und Edelhaaren unterschieden. Bei den pflanzlichen Fasern sind Baumwolle,
Leinen und Ramie bedeutsam, sie bestehen aus Zellulose.
Nassfestigkeit
Die Festigkeit der textilen Rohstoffe ist im trockenen oder nassen Zustand
unterschiedlich. Die Nassfestigkeit, wie der Name bereits verrät,
beschreibt die Festigkeit im nassen Zustand. Dieser Wert ist wichtig
für die Beurteilung der Waschbarkeit eines Kleidungsstückes.
Wolle hat beispielsweise eine geringe, Baumwolle eine hohe Nassfestigkeit.
Nylon
Nylon ist der Gattungsbegriff für Polyamid 6.6, das im Schmelzspinnverfahren
hergestellt wird. Es ist kein geschützter Markenname wie beispielsweise
Perlon, das aufgrund umfangreicher Qualitätskontrollen für
hohe Qualität steht.
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Oberflächenbehandlung
bei Markenfleece
Am Beispiel von Polartec Markenfleece sind hier die einzelnen Schritte
der Oberflächenbehandlung aufgezeigt, die ein Markenfleece durchlaufen
muss, bevor es zu einem Bekleidungsstück konfektioniert wird:
Nach dem Rundstricken wird der runde Strickschlauch aufgeschnitten und
für seine weitere Behandlung gerade und flach ausgelegt. In langen,
kontinuierlichen Trocknern wird die Ware zunächst getrocknet, bevor
sie bedruckt wird. Danach beginnt der Rauvorgang und so die flauschig
weiche Oberfläche des Fleeces geschaffen. Eine Walze mit unzähligen
kleinen Messern schneidet die Faserschlingen vorsichtig auf, im nachfolgendem
Schervorgang werden die Faserbündel zu einer gleichmäßigen
Oberfläche geschoren. Bei Malden Mills wird diese Oberfläche
Velour genannt. Die Länge der Faser kann genau eingestellt werden.
Beim anschließenden Thermofixieren werden Dehnbarkeit und Einlaufverhalten
der Stoffe kontrolliert und bestimmt.
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Pflegekennzeichnung
Die Pflegekennzeichnung von Textilien liegt im Interesse der Verbraucher.
Am Kleidungsstück werden verständliche Symbolkennzeichen befestigt,
die dessen richtige Wasch- und Pflegebehandlung angeben. Diese Art der
Pflegekennzeichnung ist im Gegensatz zur Textilkennzeichnung freiwillig.
Es gibt keine Vorgaben von gesetzlicher Seite. Deshalb gibt es im Handel
nach wie vor Textilien ohne Pflegekennzeichnung. Markenhersteller achten
jedoch sehr streng auf derartige Angaben. Besonders dann, wenn es um
die Vorgaben zur Waschbehandlung geht. Die folgende Aufstellung verschafft
einen Überblick über mögliche Waschbehandlungsarten für
verschiedene Fasertypen:
- Baumwolle: weiße oder echt gefärbte Baumwollwäsche
kann bei 95°C als Kochwäsche, farbige Textilien auf 40 bis
60°C gewaschen werden. Nicht vorgekrumpfte Baumwolle läuft
noch ein
- Leinen: weiße oder echt gefärbte Leinentextilien können
bei 95°C als Kochwäsche, farbiges Leinen bei 40 bis 60°C
gewaschen werden. Achtung: Leinen läuft meist noch stark ein
- Wolle: kalt bis lauwarm waschen, nicht über 30°C oder als
spezielle Wollwasch-Maschinenwäsche ohne Schleudern. Hitze (heißes
Wasser) und mechanische Bewegung führt bei Wolle zum Verfilzungseffekt
- Naturseide: lauwarm waschen, nicht reiben oder bürsten, mit
einem Feinwaschmittel waschen und mit viel kaltem Wasser nachspülen
- Viskose: kann bis 60°C gewaschen werden. Gut ist verminderte
Trommelbewegung in der Waschmaschine, möglichst nicht Schleudern
- Polyamid: kann bei 40 bis 60°C bei viel Lauge gewaschen werden,
bei stärkerer Hitze neigt Polyamid zur Knitterbildung
- Polyester: kann bei 40 bis 60°C mit viel Lauge gewaschen werden,
bei stärkerer Hitze neigt Polyester zur Knitterbildung
- Polyacryl: kann bei 30°C bei hohem Wasserstand in der Maschine
gewaschen werden. Textilien neigen zum Knittern und bei höherer
Temperatur besteht zudem Vergilbungsgefahr
- Elastan: weiße Wäsche kann bis zu 60°C, farbige Wäsche
bis 40°C gewaschen werden.
Generell gilt: immer die Pflegeanleitung im fertigen Bekleidungsteil
beachten! Ausrüstungen und Veredelungsverfahren können diese
Angaben verändern
Pilling/Pillingbildung
Knötchenartige Gebilde auf der textilen Oberfläche, die durch
Scheuern, Tragen oder konstante Beanspruchung hervorgerufen werden.
Die kleinen Knötchen bilden sich durch Verletzung, Verknotung oder
das Verheddern von herausstehenden Faserenden bei Geweben, Maschenwaren
oder Fleece aus Chemie- oder Naturfasern. Pilling mindert nicht nur
den optischen Eindruck eines Textils, sondern auch dessen Wärmerückhaltevermögen
bzw. die Isolierfähigkeit und verkürzt die Haltbarkeit, vor
allem bei Fleecewaren.
Polyacryl (PAC)
PAC setzt sich aus einer Verbindung von Propylen, Ammoniak und Sauerstoff
zusammen, die in der Technik Acrylnitrit genannt wird. Die herausragendsten
Eigenschaften sind die geringe Feuchtigkeitsaufnahme von etwa 1 bis
2 Prozent, die Leichtigkeit und Bauschkraft. In letzterer übertrifft
Acryl sämtliche anderen synthetischen Fasern. Daher wärmen
Stoffe oder Maschenwaren aus diesem Material hervorragend. Da die Fasern
nicht hygroskopisch (wasseraufnehmend) sind, nehmen sie den Schweiß
in Dampfform nicht auf. Es entsteht im hautnahen Bereich eine trockene
Wärme, die vor allem von Rheumatikern sehr geschätzt wird.
Polyamid (PA)
Als Polyamid wird Nylon und Perlon bezeichnet. Es wird durch hohe Kondensation
von Diaminen mit Dikarbonsäuren gewonnen und nach mehreren chemischen
Prozessen zu Fasern versponnen. PA nimmt etwa 4 Prozent seines Eigengewichts
an Feuchtigkeit auf. Nylon und Perlon sind versponnene PA-Fasern, die
durch ihre Reiß- und Scheuerfestigkeit bestechen.
Polyester (PES)
Polyester ist die am häufigsten verarbeitete Faser. Sie besteht
aus langen Molekülketten mehrwertiger Säuren und mehrwertiger
Alkohole. Polyestergewebe bestechen durch ihre Leichtigkeit, Elastizität,
Färb-, Hitze- und Formbeständigkeit. Polyester hat neben Polypropylen
die geringste Feuchtigkeitsaufnahme von allen Chemiefasern, höchstens
ein Prozent des Eigengewichts - und trocknet deshalb besonders schnell.
Polypropylen (PP)
Polypropylen ist eine synthetische Faser, die etwa 40 Prozent leichter
ist als Baumwolle, dabei aber sehr fest und strapazierfähig. Sie
zeichnet sich durch einen recht weichen, fast wolligen Griff aus. PP
wird aus Propylen, einem Abfallprodukt bei der Rohölverarbeitung,
hergestellt. Die Feuchtigkeitsaufnahme liegt bei 0 Prozent, was sie
zu einem hervorragenden Material für funktionelle Sportunterwäsche
macht. Bekannt ist PP auch unter Meraklon.
Polyurethan (PU)
Polyurethan ist ein chemisches Material, das für wasserdichte Kompaktbeschichtungen,
mikroporöse und porenlose Beschichtungen verwendet wird. Es kann
sowohl chemisch gereinigt als auch gewaschen werden und ist relativ
strapazierfähig. Damit die Beschichtungen noch strapazierfähiger
und haltbarer werden, wird PU oftmals in mehreren Lagen aufgetragen.
PU-beschichtete Polyamid- oder Polyester-Stoffe sind zuverlässig
wasser- und luftdicht mit einer Wassersäule von bis zu 5.000 Millimetern,
abrieb- und kältebeständig.
Polyvinylchlorid (PVC)
PVC ist die älteste der Chemiefasern. Sie wurde bereits 1913 entwickelt.
In der Bekleidung wird sie hauptsächlich für (Rheuma-)Wäsche
und für kompakte Beschichtung regendichter Bekleidung verwendet.
Aufgrund des hohen Chlorgehaltes ist die Faser schwer entflammbar, ihre
Resistenz gegen Chemikalien macht sie zu einem wichtigen Beschichtungsmaterial
für Schutzanzüge und Arbeitsbekleidung. Im Sport und in der
Oberbekleidung hat PVC in den letzten Jahren ihre Bedeutung verloren.
Die PVC-Fasern nehmen keine Feuchtigkeit auf, brechen aber bei niedrigen
Temperaturen. Einfache Beschichtungen reiben sich aufgrund der stumpfen
Oberfläche schneller ab als andere.
Profilfaser
Chemiefasern können mit Hilfe des Querschnitts in der Spinndüse
im Profil verändert werden. Runde Profile haben die geringste Oberfläche,
alle anderen haben eine größere. Glanz, Farbwirkung, Griff,
Hygiene sowie Pillingverhalten werden durch die Beschaffenheit der Faseroberfläche
ebenso beeinflusst wie die Intensität des Feuchtigkeitstransportes.
Je größer die Oberfläche, desto mehr Feuchtigkeit kann
transportiert werden. Die Hohlfaser gehört ebenfalls zu den Profilfasern.
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Quellbarkeit
Quellbarkeit bezeichnet die Fähigkeit textiler Faserstoffe, durch
Feuchtigkeitsaufnahme ihr Volumen zu vergrößern.
Das Quellvermögen liegt bei
- Viscosefasern bei 115%
- Baumwolle bei 41%
- Wolle bei 39%
- Seide bei 31%
- Polyamid bei 11%
- Polyacryl bei 9%
- allen anderen Chemiefasern bei 0%
Bei funktioneller Sportunterwäsche oder in der feuchtigkeitstransportierenden
Wärmeschicht sind quellbare Fasern ungeeignet, weil sie ihr Volumen
so weit vergrößern, bis das Gewebe bzw. die Maschenware seine/
ihre Porosität verliert und keinen Luftaustausch mehr zulässt.
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Reißfestigkeit
Die Reißfestigkeit entspricht dem Widerstand einer Faser gegen
Zugbeanspruchung bis zu ihrem Zerreißen. Dieser Widerstand wird
gelegentlich auch als Reißkraft der Faser bezeichnet.
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Scheuerfestigkeit
Die Scheuerfestigkeit (auch Abriebfestigkeit) von Textilien bezeichnet
die Widerstandskraft gegen Scheuerbeanspruchung. Somit also das Maß,
zu dem ein Stoff in der Lage ist, sich an seiner Oberfläche gegen
mechanische Einflüsse wie Abtragen, Reiben und Scheuern zu behaupten.
Diese wichtige Eigenschaft kann mit Hilfe des Martindale-Tests exakt
geprüft werden. Der Stoff wird hierfür auf eine Art Scheibe
gespannt und ständiger Scheuerbelastungen ausgesetzt - solange,
bis der Stoff sich durchgescheuert hat. Die Scheuerbeständigkeit
wird dann in Touren angegeben. Besonders widerstandsfähig sind
Polyamide und Polyester.
Schuss/ Schussfaden
Querlaufender Faden in einem Gewebe, und zwar von seitlicher Leiste
zu Leiste. Er verläuft rechtwinklig zur Kette (Kettfaden).
Schweißechtheit
Ist die Widerstandsfähigkeit textiler Fasern sowie von Drucke und
Färbungen auf Geweben aller Art gegen die Einwirkungen von Körperschweiß.
Intensive Schweißbeanspruchung kann Naturfasern, wie zum Beispiel
Seide, angreifen und mit der Zeit zersetzen.
Scotchgard
Scotchgardausrüstungen sind Fleckschutzausrüstungen auf Fluorbasis.
Textilien werden dadurch widerstandsfähig gegen wässrige,
ölige und gegen Alkohol-Flecken.
Seide
Seide kommt im Aufbau und der Struktur der menschlichen Haut am nächsten.
Sie ist eine Eiweißfaser, die aus dem Kokon der Seidenraupe gewonnen
wird. Die Raupen spinnen sich darin ein, bevor sie zu Schmetterlingen
werden. Ein Drittel des etwa 3 km langen (Endlos-) Fadens kann sauber
abgewickelt werden, der Rest wird zu Bourett- oder Schappseide (Seidengarn
wird aus den kurzen Fasern gesponnen) verarbeitet. Etwa 7 bis 8 Seidenfäden
werden beim Abwickeln in einem Strang zusammengefasst und später
zum Garn gezwirnt.
Silikon
Silikonbeschichtete Stoffe sind zuverlässig wasserdicht bis zu
einer Wassersäule von 8.000 Millimetern. Silikon kann als Tauchbad
aufgetragen werden. Auf diese Weise wird der Stoff beidseitig beschichtet.
Normale Beschichtungen reduzieren die Reißfestigkeit des Stoffes,
wogegen sich diese bei Silikonbeschichtung noch erhöht. Nachteil:
silikonisierte Stoffe lassen sich nur schwer oder gar nicht verschweißen.
Spandex
Spandex ist der amerikanische Begriff für Elastan, dem Überbegriff
für alle elastischen Fasern, wie er bei uns benutzt wird. Der Begriff
Spandex ist in Europa aus warenrechtlichen Gründen nicht gebräuchlich.
Spinnfaser
Der Begriff leitet sich aus dem englischen Wort "Spun" ab
und bezeichnet Textilfasern mit begrenzter Länge. Hier wird unterschieden
zwischen
- natürlichen Fasern mit begrenzten Längen, wie Baumwolle
(20 bis 42 Millimeter) und Wolle (120 bis 350 Millimeter)
- und Chemiefasern, die auf eine bestimmte Länge geschnitten
werden, bevor sie zum (Spinnfaser)Garn versponnen werden.
Für funktionelle Sportbekleidung, besonders für Wäsche
oder neu auch für Fleece, werden Spinnfasern eingesetzt, weil die
winzigen herausstehenden Faserenden als wichtiger Abstandshalter zur
Haut dienen und die Ware noch weicher und voluminöser wird.
Stapel/ Stapellänge
Die Stapellänge ist die durchschnittliche Länge einer Faser:
entweder von Naturfasern mit natürlicher Länge - wie Baumwolle
(20 bis 42 mm) oder Wolle (120 bis 350 mm) - oder von Chemiefasern,
die nachträglich in bestimmte Längen (je nach gewünschten
Eigenschaften und Einsatzgebieten) geschnitten werden. Die Stapel chemischer
Fasern sind gleichmäßiger als bei Naturfasern.
Bei Baumwolle ist die Stapellänge ein Qualitätsmaßstab:
je langstapeliger, desto höher ist die Qualität, um so glatter
und feiner ist die Baumwolle.
Stretch
Stretch bezeichnet elastische Garne oder Stoffe. Es gibt zwei Möglichkeiten,
Stretchmaterialien zu erzeugen: erstens durch die Verwendung von Elastanen
(Lycra, Dorlastan) und zweitens durch Texturieren von synthetischen
Filamentgarnen.
Strickwaren
Strickwaren ist die allgemeine Bezeichnung für alle Maschenwaren.
Im Unterschied zur Wirkware wird jedoch bei den Strickwaren jede einzelne
Masche vorgeformt und erst dann abgestrickt. Vergleichbar ist dieser
Vorgang mit dem Handstricken. Es gibt zwei Arten von Strickwaren: Flach-
und Rundstrickwaren. Beiden gleich sind ihre Vorteile: die hohe Elastizität
und große Vielfalt der Oberflächengestaltung. Von Nachteil
sind: geringe Formstabilität und relativ hohe Waschkrümpfe
(Einlaufen beim Waschen, vor allem bei Naturfasern).
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Taslan
Mit Taslan werden Stoffe bezeichnet, deren Fasern (Nylon) unter Dampf
texturiert worden sind. Die Endlosfasern erhalten durch kleine Schlingen
und Schlaufen bei starker Texturierung im Luftblasverfahren vor allem
mehr Volumen. Die daraus gewebten Stoffe oder Maschenwaren sind ebenfalls
voluminös, weich und haben einen textileren Griff. Die Art der
Texturierung wird Taslan-Ausrüstung genannt.
Gewebte Taslan-Stoffe sind in der Regel wasser- und windabweisend sowie
wasserdampfdurchlässig. Je nach Faser- und Garnstärke, sind
die Stoffe mehr oder weniger dicht gewebt (hier gibt es große
Qualitätsunterschiede!). Die Feuchtigkeit von außen kann
demnach mehr oder weniger schwer in das Gewebe eindringen. Maschenwaren
haben in der Regel einen guten Feuchtetransport. Der verdampfende Körperschweiß
wird an der Faseroberfläche nach außen geleitet. Die Faser
selbst nimmt kaum Wasser auf. Die Oberfläche und der Griff von
Taslan sind unterschiedlich. Auch hier spielt die Faserstärke eine
Rolle. Grundsätzlich gilt: Je feiner die Faser, desto weicher und
glatter ist der Stoff.
Textilkennzeichnung
Die Idee der gesetzlichen Textilkennzeichnung kam gegen Ende der 50er
Jahre auf. Vorher geschah eine Kennzeichnung nur auf freiwilliger Basis.
Zu dieser Zeit war es fast unmöglich, Textilien auf ihren Wollgehalt
hin zu überprüfen - die Bezeichnungen waren zu unterschiedlich
und zum Teil sehr irreführend. Im Interesse des Verbrauchers und
des Textileinzelhandels wurde eine allgemeingültige Regelung eingeführt:
Am 25.8.1972 trat die endgültige Fassung des Textilkennzeichnungsgesetzes
(TKG) in seiner - noch heute gültigen - Form in Kraft. Seither
ist es, zum Schutz der Verbraucher, nicht mehr erlaubt, textile Waren
unter dem Namen des mehr oder minder verwendeten Rohstoffs zu verkaufen.
Vielmehr müssen die Rohstoffe klar und deutlich deklariert sein.
Im Einzelnen schreibt das Gesetz vor, welche Bezeichnungen für
unterschiedliche Faserarten gelten und wie deren Gewichtsanteile anzugeben
sind. Auch wird vorgegeben, welche sonstigen Angaben gemacht werden
dürfen und welche zu unterlassen sind.
Texturieren
Texturieren ist die Behandlung glatter endloser Chemiefasern durch Wärme,
um sie mit einem Höchstmaß an textilen Eigenschaften auszustatten:
Bauschkraft, Elastizität und Volumen geben ihnen ein hohes Warmhalte-
und Feuchtigkeitstransportvermögen sowie eine textile Wirkung (weich,
anschmiegsam, naturfaserähnlich). Die ursprünglich glatten
Filamentgarne werden meist - unter Ausnutzung ihrer Thermoplastizität
- völlig verändert.
Titer
Maßeinheit zur Bestimmung der Garnfeinheit für endlose Garne
natürlichen (Seide) oder synthetischen Ursprungs (Chemiefasern).
(Siehe Feinheiten)
Trilobal
Trilobal bezeichnet eine bestimmte Querschnittsform einer synthetischen
Profilfaser, aus der Gewebe oder Maschenwaren auch für Sportbekleidung
hergestellt werden. Die Faser hat einen dreiseitigen Rundbogen, ähnlich
wie ein Kleeblatt als Querschnitt, der Glitzereffekte hervorruft.
Tumbler
Auch Wäschetrockner. Um auf der Pflegeanleitung von Textilien anzugeben,
ob Trocknen im Tumbler möglich ist oder nicht, wird ein bestimmtes
Symbol verwendet: ein Kreis im Quadrat. Ist ein zusätzlicher Punkt
im Kreis aufgezeichnet, darf die Wäsche nur bei niedriger Temperatur
im Tumbler getrocknet werden. Zwei Punkte erlauben normale Temperaturen
beim Trocknen. Sobald das Symbol mit einem Kreuz durchgestrichen ist,
darf das Textil auf keinen Fall in den Wäschetrockner.
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Ventilation
Ventilation ist der Austausch der Luft zwischen Kleidung und Haut und
der Umgebungsluft. Das geschieht meist über Öffnungen in der
Kleidung: Ärmel-, Beinabschlüsse, Kragenöffnungen usw..
Wird das Luftvolumen zwischen Körper und Kleidung durch die natürliche
oder sportliche Bewegung des Körpers bewegt, ist von Konvektion
die Rede. Die erhöhte Luftventilation bei sportlicher Anstrengung
und starkem Schwitzen ermöglicht eine höhere Wärmeabgabe,
weil der verdampfende Körperschweiß mit abgeführt wird.
Diese Luft in Körpernähe hat einen hohen Feuchtigkeitsanteil,
der immer durch trockene Außenluft ersetzt wird.
Ventile
Ventile wurde vom englischen Shirley-Institut entwickelt und ist ein
sehr fein gewelltes Baumwollgewebe, das als hochatmungsaktiver Windjackenstoff
bei sehr tiefen Temperaturen Verwendung findet. Es ist winddicht und
reißfester als wasserdichte und atmungsaktive Gewebe oder Beschichtungen.
Der Schutz gegen Feuchtigkeit von außen ist allerdings, gemessen
am heutigen Standard, gering.
Verarbeitungskriterien als Qualitätsmerkmale
Bei Polo- und Sweatbekleidung ist die Verwendung von hochwertiger, formbeständiger
Baumwolljersey- oder Pikeeware wichtig, sowie gute Farbechtheiten.
Fleece-Bekleidung, dagegen, sollte pillarm sein, der Flor eine gute
Rücksprungkraft und eine hohe Dichte aufweisen (saubere Rauung
durch den Fleece-Lieferanten!). Bei hochwertigen Fleeceartikeln wird
das Fleece (Strickware) in mehreren Passagen geraut und geschoren, so
dass ein ebenmäßiger Flor/ Velour entstehen kann. Das Fleece
sollte gute Farbechtheiten haben, um ein Anfärben auf mitverarbeitete
Textilien zu vermeiden.
Bei Schnitten und Verarbeitung ist zu beachten:
- kantengerader Schnitt der Fertigteile (kein Verzug)
- Overlook-Nähte (evtl. mit Safety-Naht)
- Nähte müssen elastisch sein
- Abdeckung der Nähte (z. B. Kragennaht) mit einem Nahtband
- Verwendung von hochwertigen Reißverschlüssen, Kordeln,
Knöpfen, Stoppern
- saubere Innenverarbeitung der Nähte/ Fadenenden sollten sauber
vernäht sein
- saubere Verarbeitung der Knopflöcher, so dass nichts ausfranst
- fest angenähte Knöpfe
- saubere Einarbeitung der Vlieseline-Einlagen in Frontblenden
- gute Rückstellfähigkeit des Bündchenstoffes an Kragen,
Arm, Saum
- Labels müssen sauber, gerade und leserlich ein- und aufgenäht
sein
Beim Druck gelten folgende Qualitätskriterien: Er muss konturenscharf
und weich sein, Stickereien sollten glatt liegen und keine Fäden
ziehen. Dies sind zwar nur einige, aber wichtige Merkmale zur Beurteilung
guter Verarbeitung.
Veredlung
Veredlung ist der Oberbegriff für Nachbehandlungen von Textilien,
um Aussehen, Griff, Farbe oder Eigenschaften zu verändern. Dazu
gehören nicht nur Bleichen, Färben, Bedrucken, Imprägnieren,
sondern auch moderne Formen der Hochveredlung, um Textilien wasserabweisend,
scheuerfest, knitterarm, flammensicher, fleckenunempfindlich, mottensicher
und hygienisch einwandfrei zu machen.
Veredlungsverfahren
Färben: Maßnahme der Textilveredlung zur Farbgebung von Textilien.
Früher wurden ausschließlich natürliche Farbstoffe (Purpurschnecke,
Indigo- oder Safranplanze) oder Mineralien zum Färben verwendet.
Heute sind die Farbstoffe chemisch und unterliegen strengen Richtlinien.
Mögliche Formen der Färbung sind:
- Düsenfärbung: hier kommt es zur Einlagerung von Farbpigmenten
direkt in die Spinnmasse von Chemiefasern und Synthetics. Diese Art
der Färbung gilt als unübertroffen echt, allerdings ist
die Farbpalette auf Basisfarben begrenzt
- Flockefärbung: hier erfolgt die Färbung der Einzelfaser
vor dem Verspinnen
- Bei der Garnfärbung wird das Garn im Strang, auf Spulen oder
als ganzer Kettbaum ins Farbbad getaucht
- Bei der Stückfärbung werden fertige Gewebebahnen oder
Maschenwaren in ihrer Farbe verändert - die Stückfärbung
bezeichnet auch die Färbung des fertigen Bekleidungsstücks.
Fasern, Garne auf Spulen oder im Strang bzw. Textilien in der Meterware
werden in Farbflotten behandelt. Flotten sind wässrige Lösungen,
wobei die darin gelösten Farbstoffe auf den textilen Träger
aufziehen. Folgende Faktoren sind von Bedeutung: Temperatur, Zeit, Farbstoff-
und Wassermenge, Geschwindigkeit mit dem das Textil in der Flotte bewegt
wird bzw. sich die Flotte selbst bewegt.
Grundsätzlich gilt: Je früher im Verarbeitungsvorgang gefärbt
wird, desto gleichmäßiger und echter ist die Färbung.
Verstrecken
Unmittelbar nach dem Spinnprozess werden die noch weichen endlosen Filamente
bis auf das Fünffache ihrer Lange verstreckt. Mit dem Ziel, die
innerhalb der Fasern wirr durcheinander liegenden, verknäulten
Molekülketten parallel zu ordnen, in sich zu verlängern und
dazu zu bringen, fest aneinander zu haften (Kristallisationsprozess).
Dieser Vorgang ist wichtig für die Festigkeit und Dehnbarkeit der
Faser.
Verwirbelung
Die Verwirbelung ist eine Art von Texturierung wie sie beispielsweise
Taslan erfährt. Mit Hilfe des Luftdüsenbauschverfahrens, auch
Luftverwirbelungsverfahren genannt, geschieht ein Texturieren ohne Verdrehungstendenz.
Viscose
Auf die Frage, ob Viscose eine Naturfaser oder Chemiefaser ist, findet
sich schnell eine Antwort: Viscose besteht zwar zu 100 Prozent aus natürlichen
Grundstoffen (Zellulose), kann aber, im Gegensatz zu anderen Naturfasern,
nicht ohne chemische Umwandlungsprozesse und den Einsatz chemischer
Substanzen versponnen werden. Sie ist also eine Regeneratfaser. Chemisch
reiner, aus Holz und Pflanzen gewonnener Zellstoff wird mit Natronlauge
und Schwefelkohlenstoff behandelt und zu einer zähflüssigen
"Viscose" gemacht. Daraus werden dann Filamente (endlose Fasern)
gesponnen.
Vlies/ Thermovlies
Für Wintersportbekleidung werden Vliese zur Wärmeisolation
eingesetzt. Grundsätzlich sind Vliese textile Flächengebilde,
die durch die Verfestigung von Faservliesen hergestellt werden. Sie
gehören zur Gruppe der Textil-Verbundstoffe. Vliesstoffe werden
unter Umgehung des Spinn- und Webprozesses und ohne Bildung von Maschen
hergestellt. Die Verfestigung und Verbindung des Materials wird mechanisch
durch "Verkleben" (mit einem Bindemittel), durch "Anlösen"
(chemisch) oder durch "Verschweißen" (bei Erhitzung)
erzeugt.
Zu den historischen Vliesarten gehört der Woll- oder Haarfilz.
Er wurde aus tierischen Haaren unter Beifügung verschiedener natürlicher
Chemikalien, wie heißem Wasser, Harn und Molke hergestellt und
dann mechanisch - durch Stampfen und Klopfen - bearbeitet. Heute ist
dieses Verfahren längst überholt.
In der Sportbekleidung werden Hochbausch- und Thermovliese unterschieden.
Bei ersteren sind Marken wie Quallofil oder Hollofil aus Dracon, Polyesterfasern
(DuPont) im Einsatz. Bei den Fasern handelt es sich um Hohlfasern, die
in der Vergrößerung wie ein Schlauch aussehen. Die so vergrößerte
Oberfläche bindet mehr isolierende Luft als Vollfasern. Thermovliese,
dagegen, brauchen weniger Füllung, weil sie anders konstruiert
sind. Zu den Thermovliesen gehören Nadelvliese (die Fasern werden
durch "Nadeln" miteinander verbunden) und Bandvliese (die
Fasern werden mit einer Bindefaser oder durch Bindemittel zusammengehalten).
Von Einlagevliesen ist zu erwarten, dass sie reißfest, nähbar,
wasch- und reinigungsbeständig (chemische), elastisch, krumpffest
und wasserabweisend sind.
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Wärmeisolation
Darunter ist die Fähigkeit eines Bekleidungsteils zu verstehen,
Körperwärme festzuhalten. Maßgebend ist hier der Lufteinschluss,
denn Luft ist bekanntlich der beste Wärmeisolator. Die Wärmeisolierung
kann in Zahlenwerten gemessen und ausgedrückt werden: der entsprechende
Wert heißt R ct und entspricht dem Wärmedurchgangswiderstand.
Er drückt aus, mit wie viel Widerstand ein Gewebe oder ein Vlies
verhindert, dass Wärme nach außen transportiert werden kann.
Je größer der R ct-Wert, desto größer ist der
Widerstand und desto höher ist die Wärmeisolierung. Ein anderer
Messwert für die Wärmeisolierung ist der clo-Wert. 1 clo ist
die Isolierung, die ein sitzender Mensch in normaler Bekleidung bei
21°C Umgebungstemperatur braucht, um sein thermisches Gleichgewicht
aufrecht zu erhalten (zu beachten: 1 clo = 0,155 m² K/W (R ct)).
Wärmeabgabe
Wärmeabgabe ist wichtig, damit es zu keinem Hitzestau kommt. Entweder
wird überflüssige Wärme durch Ventilation (Austausch
der Luft zwischen Körper und Kleidung mit der Außenluft)
oder durch Verdampfung des Körperschweißes abgegeben, der
Verdunstungskälte bringt. 90 Prozent der Wärmeabgabe des Menschen
erfolgt über die Haut, lediglich 10 Prozent über die Atmung.
Nur etwa ein Drittel der erzeugten Wärmeenergie beim Sport wird
als Energie für die Bewegung selbst genutzt, zwei Drittel werden
nach außen abgegeben. Die Wärmeabgabe über die Haut
wird als trockener Wärmefluss bezeichnet, die Abgabe - ebenfalls
über die Haut - durch Schweißabsonderung in Dampfform als
Verdampfungswärmefluss.
Wärmestau
Ein Wärmestau tritt auf, wenn die beim Sport oder schwerer körperlicher
Anstrengung entstehende Körperwärme nicht entweichen kann.
Da überschüssige Wärme zu 90 Prozent über die Haut
in Form von Schweiß abgegeben wird, muss die verdampfende Nässe
nach außen entweichen können. Sind die Textilien nicht in
der Lage, diesen Wasserdampf nach außen zu transportieren, kommt
es zum Hitze- oder Wärmestau - so zum Beispiel bei aufgequollene
Naturfasern, deren Poren dann geschlossen sind.
Wärmerückhaltevermögen
Das Wärmehaltungs- oder Wärmerückhaltungsvermögen
ist die Eigenschaft eines Kleidungsstückes, die Körpertemperatur
eines menschlichen Körpers (normal sind 37°C) konstant zu halten.
Hier sind keine exakten Messungen möglich. Relevant für das
Wärmerückhaltevermögen ist die eingeschlossene Luft im
textilen Gewebe oder der Maschenware und die Winddichtigkeit von Oberstoffen,
die bei entsprechender Atmungsaktivität ein konstantes Körperklima
aufrecht erhalten.
Wärmeverlust kann auftreten durch Radiation (entweichende Körperwärme),
Konduktion (Wärme, die durch ein Textil abgeleitet wird) und Konvektion
(Wärme, die durch die Umgebungsluft oder Wasser fortgetragen wird).
Man misst die thermischen Eigenschaften bzw. den thermischen Widerstand
eines Stoffes mit der Einheit clo: Je höher die clo-Zahl, desto
wärmewirksamer ist der Stoff.
Wasseraufnahmefähigkeit
Mit Hilfe folgender Messmethode wird die Wasseraufnahme (Feuchtigkeitsaufnahme)
von Fasern gemessen: Bei relativer Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent und
eines Trockengewichts bei 20°C wird die Feuchtigkeitsaufnahme in
Prozent gemessen. Fasern, die viel Feuchtigkeit aufnehmen, sind hydrophil,
solche die Feuchtigkeit abstoßen, hydrophob. Mit der Wasseraufnahmefähigkeit
einer Faser hängt auch ihr Quellvermögen zusammen.
Wasserdampfdurchlässigkeit
Wird auch mit Atmungsaktivität bezeichnet und gibt an, mit wie
viel Widerstand ein Gewebe, eine Membran oder Beschichtung verhindert,
dass Wasserdampf transportiert werden kann.
Der Messwert ist R et - Feuchtedurchgangswiderstand in m²/mbar/W
(DIN 51 101). Je kleiner dieser Wert ist, desto geringer ist der Widerstand
und desto mehr Wasserdampf kann passieren. Ein kleiner R et-Wert steht
demnach für eine gute Atmungsaktivität. Eine andere Art, die
Wasserdampfdurchlässigkeit anzugeben, ist in g/m²/24h. Der
Mensch schwitzt im Ruhezustand etwa 500 g Wasserdampf in 24 Stunden,
unter extremen Belastungen natürlich viel mehr.
Wasserdicht
Ein Material ist wasserdicht, wenn Wassertropfen nicht durchdringen
können. Wasserdichtigkeit ist abhängig vom Wasserdruck (Wassersäule).
Ein wasserdichtes Material lässt keinen Wassertropfen durch, wenn
es nicht zerstört oder verletzt wird - was beispielsweise bei einem
Mikrofasergewebe beim Test der Wassersäule passieren kann.
Wasserabweisung
Mit Wasserabweisung wird die Tendenz des Stoffes beschrieben, "auszunässen".
Test hierfür ist der Spraytest. Ist der Wert hoch (etwa bei 100),
hat das Material eine sehr gute Wasserabweisung. Meist wird der Spraytest
im Neuzustand (LO), nach 5 Maschinenwäschen (L5) und nach 10 Maschinenwäschen
gemessen. (Siehe auch Spraytest)
Wassersäule
Die Wassersäule ist ein Maßstab für die Wasserdichte
eines Materials. Für diesen Test wird der Wasserdruck (meist in
Millimetern) gemessen, den ein Gewebe, eine Membran oder Beschichtung
aushält, ohne Wasser durchzulassen und ohne zu brechen. Nach der
Deutschen Industrie-Norm darf Wetterschutz-Bekleidung ab einer Wassersäule
von 1.300 Millimetern als wasserdicht bezeichnet werden. Da die "Wassersäule"
der meisten Stoffe nach einigen Wäschen oder Reinigungsvorgängen
sinkt, sollte zur Sicherheit und je nach Einsatzgebiet ein Material
mit etwas höheren Werten gewählt werden.
Webware, gewebte Stoffe
Bei Webwaren (Geweben) handelt es sich um textile Flächen, die
aus Längs- und Quer- oder, anders ausgedrückt, aus Kett- und
Schussfäden bestehen, die miteinander verkreuzt sind. Der Herstellungsvorgang
wird Weben genannt, die Art der Fadenverkreuzung Bindung.
Es gibt drei Grundbindungen:
- die Leinwandbindung oder auch Tuchbindung
- die Köperbindung (z. B. Jeansstoff)
- und die Aliasbindung
Die Vorteile von Webwaren sind deren hohe Formstabilität und gute
Festigkeiten. Leider ist der Stoff kaum oder gar nicht elastisch.
Weichspüler
Weichspüler enthalten kationische Tenside, die zur Gruppe der waschaktiven
Substanzen gehören. Ihre Stärke liegt jedoch nicht in der
Waschkraft, sondern darin, dass die Tenside auf den Fasern haften bleiben
und diese aus der "Trockenstarre" befreien. Dadurch werden
sie kuschelweich.
Die elektrostatische Aufladung von synthetischen Fasern wird durch Weichspüler
herabgesetzt und was noch schlimmer ist, die feuchtigkeitsaufnehmende
Wirkung und die Saugfähigkeit werden stark reduziert. Für
funktionelle Textilien bedeutet das: einen verringerten Feuchtetransport
bei Wäsche oder eine verringerte Wasserdampfdurchlässigkeit
bei Membranen.
Windchill-Effekt
Wind senkt durch den schnellen Abtransport der Körperwärme
und der Feuchtigkeit (Verdunstungskälte entsteht!) die Temperatur
im Textil erheblich. Die Temperaturabsenkung ist abhängig von der
Windgeschwindigkeit.
Winddicht
Bei Wetterschutzbekleidung ist nicht nur Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität
erforderlich, sondern auch Winddichtigkeit bzw. Luftundurchlässigkeit.
Der kalte Luftzug von außen würde in das körpernahe
Mikroklima eingreifen und zum gefährlichen "Windchill- Effekt"
(Auskühlung) führen. Die Luftundurchlässigkeit, bzw.
Winddichte wird in cc/cm2 x sec gemessen. Ein Wert von 0 bedeutet, dass
der Stoff ist absolut winddicht.
Wirkwaren, gewirkte Stoffe
Wirkwaren sind Maschenwaren, bei denen mehrere Maschen zur gleichen
Zeit vorgeformt (kulieren von Schleifen) und dann ausgearbeitet werden.
Mehrere Maschen werden parallel bearbeitet. Man unterscheidet zwei Arten
von Wirkwaren: Kulierwaren und Kettenwirkwaren. Sie besitzen eine große
Vielfalt in der Oberflächenoptik, sind dafür aber wenig elastisch.
Wolle
Wolle besteht aus einer hornartigen Eiweißverbindung tierischer
Herkunft (Keratin). Unter der Bezeichnung Wolle dürfen nur Fasern
angeboten werden, die vom Fell des Schafes stammen und vom lebenden
Schaf geschoren wurden. Für die Qualität und die Bezeichnung
der Wolle ist nicht nur die Rasse der Schafe, sondern vor allem auch
ihr Herkunftsland und die Art der Gewinnung verantwortlich.
Wollarten
- Merino, benannt nach dem Merino-Schaf, bezeichnet Wolle mit einer
Faserlänge von 40 bis 100 Millimetern, also einer kurzen und
stark gekräuselten, matten, weichen und sehr feinen Schafwolle.
Die daraus gesponnenen Fäden sind sehr gleichmäßig
und elastisch. Merino ist eine der feinsten, edelsten und hochwertigsten
Wollarten
- Cheviot, dagegen, ist eine längere (150 bis 250 Millimeter),
gröbere und weniger gekräuselte Wolle. Cheviotwollen werden
zu robusten, strapazierfähigen Geweben verarbeitet
- Crossbred liegt zwischen Merino- und Cheviotwolle: Sie ist kürzer
(120 bis 150 Millimeter), feiner und stärker gekräuselt
als Cheviot-Wolle und die am weitesten verbreitete Wollsorte.
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Zugfestigkeit und Dehnung
Bei Zugbeanspruchung dehnt sich die Faser, bis sie bei einer bestimmten
Kraft reißt. Die Kraft bzw. Stärke einer Faser wird in Gramm
gemessen, die ein Faden von einem Denier halten kann, bevor er reißt.
Vergleiche zwischen verschiedenen Fasern ermöglicht die feinheitsbezogene
Höchstzugkraft. Die Zugfestigkeit und Dehnung sind für die
Verarbeitung und im Gebrauch wichtig.
Im Vergleich:
- Polyester/ Nylon: 4,8 - 10,0
- Polyester: 4,3 - 9,9
- Polypropylen: 4,5 - 7,5
- Baumwolle: 3,0 - 4,9
- Acryl: 2,5 - 4,2
- Wolle 1,0- 2,0
Zellulosische Fasern
Das Grundmaterial der zellulosischen Chemiefasern ist ein Naturprodukt:
Zellstoff, der aus Holz oder aus Baumwollabfällen gewonnen wird.
Der Zellstoff wird in chemischen Prozessen viscos (dickflüssig)
gemacht und zu Fasern gesponnen. Diese Fasern werden "Regeneratfasern"
genannt. Sie sind in ihren Eigenschaften der Baumwolle ähnlich.
Mehr noch als Baumwolle quellen sie auf, wenn sie Feuchtigkeit aufnehmen.
Das erschwert ihren Einsatz für funktionelle Sportunterwäsche.
Sie werden, wenn überhaupt, nur in der äußeren Schicht
der doppelflächigen Maschenware eingesetzt.
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