ABC der Fachbegriffe

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Abstandhalter
Sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar: Es sind feine herausstehende Faserenden auf der Innenseite der Sportunterwäsche, die einen mikrofeinen Abstand zur Haut halten. In diesem Zwischenraum bewegt sich die Luft leicht, zirkuliert und erneuert sich. Das verhindert ein "Kleben" des nassen Stoffes auf der Haut.

Acetat
Acetat ist auch als künstliche Seide bekannt. Es wird durch eine chemische Reaktion zwischen Edelzellulose und Essigsäure gewonnen. Bei dieser Reaktion entsteht Acetylzellulose, die - in Aceton gelöst - zu Fasern umgeformt wird. Acetat ist nicht nur optisch mit der Seide vergleichbar, sondern weist auch ähnliche Eigenschaften auf: sie ist knitterunempfindlich, sehr elastisch, hat einen fülligen, weichen, seidenähnlichen Griff, eine gute Formbeständigkeit (läuft nicht ein) und schnelle Trocknungszeiten.

Anti-Geruchs-Ausrüstung
Schweiß selbt riecht nicht. Es sind vielmehr die Bakterien und Ihre Ausscheidungsprodukte, die Geruch entwickeln. Um das wirksam zu vermeiden, hat man verschiedene Möglichkeiten entwickelt. Eine davon ist eine chemische Anti-Geruchs-Behandlung, die auf Fasern oder auf den Stoff aufgetragen wird. Sie entzieht den Bakterien Bährstoffe und verhindert das Vermehren. Auf diese Weise nehmen die behandelten Stoffe auch bei längerem Tragen weniger Geruch an. Ausnahme: Amicor™ von Accordis hat die bakterienhemmende Substanz in den innenliegenden Faserkanälen. Sie wird kontinuierlich an die Faseroberfläche abgegeben. Neu ist auch der Einsatz von Silber als natürliches antibakteriell wirkendes Medium in oder um die Fasern.

Atmungsaktiv
Eigentlich ist "atmungsaktiv" nicht das richtige Wort, denn ein textiles Material kann nicht selbstständig atmen. Vielmehr ist es die menschliche Haut, die diese Fähigkeit besitzt. Mit atmungsaktiv bezeichnet man die Wasserdampfdurchlässigkeit eines Materials. Atmungsaktiv ist ein Material dann, wenn es für einen Austausch des verdampften Körperschweißes sorgen kann, der sich zwischen Haut und Kleidung bildet.

Ausrüstung
Ausrüstung ist der Sammelbegriff für alle Textilveredlungsverfahren, die nach dem Weben, Wirken oder Stricken angewendet werden, um den Tragekomfort zu erhöhen oder um Oberfläche, Charakter und Erscheinungsbild zu verändern.

zum Anfang

Baumwolle (CO)
Baumwollfasern sind die Samenhaare einer malvenähnlichen, subtropischen Staudenpflanze (Gossypium). Sie besteht zu 80 bis 90 Prozent aus Zellulose. Die 0,01 bis 0,04 Millimeter dicke Einzelfaser setzt sich zusammen aus einer Vielzahl von winzigen Fäserchen (Fibrillen), die bandförmig sind und korkenzieherähnliche Drehungen haben. Diese Verwindungen greifen beim Verspinnen wie Scharniere ineinander und bewirken die gute Haftung der Faser in Garn. Verunreinigungen müssen vor dem Verspinnen entfernt werden.
Für die Güte der Baumwolle sind neben der Länge der Fasern die Farbe, die Feinheit, die Festigkeit, die Reinheit, die Schmiegsamkeit und die Weichheit maßgeblich. Baumwolle kann bis zu 40 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, lädt sich statisch nicht auf und ist - bei guter Hautverträglichkeit - angenehm zu tragen. Sie ist im Verhältnis zur Haltbarkeit preiswert, kann gebleicht, licht- und waschecht gefärbt und auch bei Kochtemperatur gewaschen und mercerisiert werden. Sie ist von Natur aus wenig elastisch, trocken und nass sehr reißfest, filzfrei, neigt allerdings zum Knittern und wird leicht flusig. Ihr bedeutender Nachteil ist, dass sie aufgenommene Feuchtigkeit nur sehr langsam wieder abgibt und deshalb extrem langsam trocknet.

Bauschgarn
Bauschgarne bestehen aus texturierten - also gekräuselten - synthetischen Fasern. Die Kräuselung verändert die Eigenschaften: sie sind nicht nur sehr elastisch, die daraus gesponnenen Garne sind auch sehr bauschig im Sinne von voluminös. In ihren Zwischenräumen ist Luft eingeschlossen, entsprechend gut ist die Wärmeisolierung.

Bekleidungsphysiologie
Die Bekleidungsphysiologie ist die Wissenschaft vom Körper in seiner textilen Umgebung. Sie erforscht die physikalischen Prozesse zwischen Haut, Kleidung und Umwelt und deren Einfluss auf die Physiologie des Menschen. Zentrum der wissenschaftlichen Forschung zu diesem Thema sind die bekleidungsphysiologischen Institute Hohenstein e. V. in Bönnigheim unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Micheels, EMPA in der Schweiz und andere.

Bekleidungssystem
Für Sport oder sonstige schweißtreibende Aktivitäten ist es wichtig, dass Feuchtetransport, Ventilation und Wetterschutz gleichermaßen stimmen. Sonst fröstelt es den Körper (Erkältungsgefahr!) oder es kommt zum gefährlichen Hitzestau. Bei so genannten Bekleidungssystemen sind die unterschiedlichen Schichten der Bekleidung - innere, Wärme- und äußere Schicht - in ihrer Funktion genau aufeinander abgestimmt. Auch Zwiebelsystem genannt.

Beschichtungen
Eine Art, Stoffe wind- und wasserdicht zu machen ist die einseitige Beschichtung mit Polyurethan, Silikon oder Polyvinylchlorid. Unterschieden wird zwischen mikroporöser und porenloser (poromerischer und polimerischer) Beschichtung. Im Gegensatz zur Membran, einer dünnen Folie, die auf einen Stoff laminiert (geklebt) wird, ist die Beschichtung ein ultradünner Film, der auf ein Gewebe aufgebracht wird. Damit der verdampfende Körperschweiß von innen nach außen passieren kann, muss dieser Film wasserdampfdurchlässig sein.
Neben den atmungsaktiven Beschichtungen gibt es inzwischen nur noch vereinzelt - hauptsächlich im Arbeitsschutzbereich - die Kompaktbeschichtungen, allen bekannt als "Ostfriesennerz". Hier sorgt ein durchgehender Kunststofffilm für die Wind- und Wasserdichtigkeit. Es kann nichts hinein, dafür aber auch nichts hinaus (kein Wasserdampf). Der Luftaustausch ist auf Öffnungen in den Bekleidungsstücken wie Ärmel, Kragen und Saum angewiesen. Für funktionelle Sportbekleidung taugt diese Art von Beschichtung in keiner Weise.

Beschichtungsmaterialien
Es werden verschiedene Materialien für die wind- und wasserdichten Beschichtungen verwendet:

  • Polyurethan (PU) wird als mikroporöse, porenlose oder kompakte Beschichtung aufgetragen. PU-beschichtete Polyamid- oder Polyester-Gewebe sind zuverlässig wasser- und winddicht mit einer Wassersäule von bis zu 5.000 Millimetern, sowie abriebfest und kältebeständig.
  • Silikon. Silikonbeschichtete Stoffe sind zuverlässig wasserdicht bis zu einer Wassersäule von 8.000 Millimetern. Silikon kann als Tauchbad aufgetragen werden. Auf diese Weise wird der Stoff beidseitig beschichtet. Normale Beschichtungen reduzieren die Reißfestigkeit des Stoffes. Anders ist das bei silikonbeschichteten Textilien, deren Reißfestigkeit erhöht sich sogar. Dafür ist es nicht oder nur schwer möglich, silikonisierte Stoffe zu verschweißen.
  • Polyvenylchlorid. Aus PVC wird die Beschichtung billiger Regenbekleidung hergestellt. PVC bricht bei niedrigen Temperaturen und reibt sich - aufgrund seiner stumpfen Oberfläche - schneller ab als andere Beschichtungen.

zum Anfang

Chemiefasern
Chemiefasern werden in zwei Hauptgruppen unterteilt:

  • Chemiefasern aus natürlichen Polymeren: Die langkettigen chemischen Stoffe kommen in der Natur vor, müssen aber in Faserform gebracht werden (z. B. Viskose, aus dem Zellulose-Anteil von Holz)
  • Chemiefasern aus synthetischen Polymeren (= Synthesefasern): Die langkettigen chemischen Stoffe müssen erst auf chemischem Weg hergestellt werden, z. B. aus Erdöl. Sie kommen in der Natur nicht vor, wie Polyamid, Polyester und Polyacryl. Im Vergleich zur Naturfaser ist ihre herausragende Eigenschaft die geringe Feuchtigkeitsaufnahme. Die Chemiefaser transportiert aufgrund kapillarer Kräfte die auftretende Körpernässe meist an ihrer Faseroberfläche - bei Hohlfaser-Konstruktionen in inneren Kanälen - von innen nach außen.

zum Anfang

Daune
Daunen wachsen im Gefieder von Wasservögeln, den Enten und Gänsen. Besonders im Brustbereich bilden sich zwischen den Federn Luftpolster, die das Tier vor Kälte, aber auch vor Hitze schützen. Daunen sind unglaublich leichte und zarte Gebilde, den Schneeflocken ähnlich, mit vielen Verzweigungen und Verästelungen. Die Daune hat keinen Kiel wie Federn, sondern nur einen sternförmigen kleinen Kern, aus dem strahlenförmig die Verästelungen abgehen. Eine Daune wiegt etwa 1,0 bis 1,4 Milligramm. Für ein einziges Kilogramm Füllung werden etwa 400.000 bis 1 Million Daunen gebraucht.
Die Daune ist ein besonders hochwertiger und teurer Kälteschutz. Die Luftmoleküle, die zwischen den feinen Daunenhärchen gehalten werden, bieten einen ausgezeichneten Isolationswert bei sehr geringem Gewicht.

Denier
Denier ist die Maßeinheit für die Faserstärke, basierend auf einer festgelegten Länge. Sie bezeichnet das Gewicht eines Fadens von 9.000 Metern Länge, gemessen in Gramm. Als Beispiel: 1 Denier bedeutet, dass 9.000 Meter der Faser ein Gramm wiegen. Diese Maßeinheit wird vorwiegend in den USA und Fernost verwendet. In Europa wird in der Regel mit dtex gerechnet.

dtex
dtex ist die Abkürzung für Dezilex. Es kennzeichnet das Gewicht und damit die Feinheit von Chemiefasern. Als Beispiel: 1 dtex bedeutet, dass 10.000 Meter der Faser 1 Gramm wiegen, bei 150 dtex wiegen 10.000 Meter der Faser 150 Gramm.

zum Anfang

Einzeltiter
Die Feinheit der Einzelfaser (Kapillare) im Garn wird als Einzeltiter bezeichnet. Ein Garn kann aus wenigen Fasern mit großem Einzeltiter oder vielen feinen Einzeltitern bestehen und doch die gleiche Stärke haben. Die Stärke der Garne aus Filamenten (endlosen Fasern) werden meist mit zwei Zahlen angegeben. Erstere gibt den Titer des Garns (Garnstärke) an, zweitere die Anzahl der Elementarfasern (meist gleich wie die Düsenzahl der Spinndüse).

Elastan
Elastische Fasern bestehen aus segmentiertem (in Segmente oder einzelne Elemente zerlegtes) Polyurethan. Unter Einwirkung von Zugkräften können die Fasern um mindestens das Dreifache der ursprünglichen Länge gedehnt werden und kehren nach dem Loslassen der Spannung sofort wieder in die Ausgangslänge zurück. Lycra (Marke aus dem Hause Invista, ehemals DuPont) kann sogar um das 4- bis 8-fache der ursprünglichen Länge gedehnt werden. Elastan setzt sich zusammen aus flexiblen Segmenten, die mit starren Segmenten verbunden sind. Dieser Verbund verleiht den Faser ihre Dehnfähigkeit und Rücksprungkraft.
Elastanfasern werden nie rein verarbeitet, sondern immer mit einer oder mehreren Natur- oder synthetischen Fasern. Wie viel Elastan beigemischt wird, hängt davon ab, wie dehnbar der Stoff sein soll. Die elastischen Fasern können entweder "nackt" als Beilauffaser verarbeitet, um andere Fasern gewickelt, umsponnen oder verwirbelt werden, je nach Verwendungszweck und Faserart. Elastan (in den USA übrigens Spandex genannt) kann sowohl Maschenwaren als auch Geweben beigemischt werden.

Elastizität und Formbeständigkeit
Die elastische Dehnung und ihre Rücksprungkraft ist als Puffer für auftretende Spannungen in der Bekleidung und der Verarbeitung wichtig. Die Elastizität der Faser beeinflusst die Formbeständigkeit, Knittererholung und den Griff der Textilien. Mischungen aus Baumwolle/ Elastan müssen viel weniger gebügelt werden.

zum Anfang

Faden
Ein Faden ist laut DIN 60900 ein linienförmiges Gebilde, das durch Zusammendrehen mehrer Einzelfasern gewonnen wird. Dies können Filamente oder Spinnfasern sein.

Fadendichte
Die Fadendichte beschreibt die Zahl der Kett- und Schussfäden auf einer bestimmten Fläche und drückt somit die Geschlossenheit eines Gewebes aus.

Farbstoffe
Es werden folgende Farbstoffe zum Färben von Textilien unterschieden:

  • Reaktiv-Farbstoffe erzeugen ungewöhnlich waschechte und sehr brillante Farbstoffe, die vorzugsweise für Baumwoll- und Viskosegewebe verwendet werden. Reaktiv-Farbstoffe gehen mit der Faser eine chemische Reaktion ein, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Diese Form der Färbung ist sehr teuer. Die Farbstoffe gibt es auch für Polyamide, Wolle und sie eignen sich für den Stoffdruck.
  • Pigmentfarbstoffe sind Farbstoffe, die mit Hilfe von Bindemitteln auf dem Stoff verankert werden. Möglich sind nur hellere Töne. Wasch- und Reibechtheiten sind problematisch. Bei Polyamidwaren verbessern Pigmentfärbungen den Griff.
  • Unter Dispersionsfarbstoffe sind im Farbbad nicht gelöste, sondern ganz fein verteilte Farbstoffe zu verstehen. Sie eignen sich für Acetat und Synthetics, da deren Fasern kaum quellen und fast keine Feuchtigkeit aufnehmen.

Farben in der Bademode
Grundsätzlich gilt: Helle Farben sind im nassen Zustand durchsichtiger als dunkle Farben. Neon- oder leuchtend bunte Farben werden durch eine besondere Farbzusammensetzung erzielt. Diese Töne sind nicht wirklich lichtecht und neigen zum Verblassen. Vor allem sehr farbintensive Badebekleidung kann bei der ersten Wäsche ausfärben. Was färbt, ist die überschüssige Farbe im Stoff. Deshalb ist es sinnvoll, den Bikini erst mal separat zu waschen. Mit einem Schuss Essig. Die Farbe bleibt dann brillant.

Farbechtheiten
Die Farbechtheit drückt die Widerstandsfähigkeit von Färbungen und Drucken auf Geweben und Maschenwaren gegen die verschiedensten mechanischen oder chemischen Einflüsse aus (UV-Licht, Meerwasserechtheit, Waschechtheit, etc.).

Fasern
Eine Faser ist der Grundstein aller Garne und die kleinste Einheit eines Textils. Es sind linienförmige Gebilde, die zu Garnen versponnen werden. Diese Garne lassen sich durch Spinnen oder Weben zu Textilien verarbeiten.
Wesentliches Merkmal ist die Faserform: Im Verhältnis zu ihrer Länge sind Fasern sehr fein, mit einem kleinen Querschnitt. Die Mindestlänge für den Spinnprozess der Garne liegt bei ca. 15 Millimetern. Ihre Biegsamkeit ist wichtig für Spinnbarkeit und Tragekomfort, die Festigkeit muss für die Verarbeitung und sonstige Beanspruchungen ausreichen.

Je nach Faserlänge wird unterschieden zwischen

  • Spinnfasern (begrenzte Länge von 15 bis 150 Millimetern)
  • Filamenten (Endlosfasern) aus einem (= Monofil) oder mehreren (=Multifil) Einzelfaden/ -fäden
  • und Flock (-fasern), die mit einer Länge unter 15 Millimetern nicht mehr versponnen werden können

Faseraufbau
Natur- und Chemiefasern bestehen aus kettenförmigen Polymeren (poly = viel, meros = Teil), das heißt aus sehr langen, meist unverzweigten (linearen) Molekülen bzw. Makromolekülen. Die Polymere werden aus kleinen Bausteinen (Monomeren) aufgebaut, die Verknüpfung passiert entweder in der Natur (Biosynthese) oder in gezielt hervorgerufenen chemischen Prozessen. Die Anzahl der Monomere in einer Kette wird als Polymerisationsgrad (kurz: DP) bezeichnet. Die Kettenlänge ist wichtig für die Faserfestigkeit.

Faserglanz und Eigenfarbe
Der Glanz einer Faser hängt von der Oberflächenstruktur und deren Lichtreflexion ab. Bei Chemiefasern kann der Glanz durch Profilform und Mattierungsgrad verändert werden. Die Naturfasern haben eine mehr oder weniger ausgeprägte Eigenfarbe. Sie sind gelblich - Chemiefasern dagegen meist weißlich. Durch Bleichen oder Färben kann die Eigenfarbe verändert und durch gewünschte Farbtöne ersetzt werden. Naturfasern sind oft mit Begleitsubstanzen verunreinigt, die vor der Verarbeitung gründlich entfernt werden müssen.

Faserkräuselung
Naturfasern sind von Natur aus gekräuselt, Chemiefasern können nachträglich gekräuselt (für Spinnfasern) bzw. texturiert (für Filamente) werden. Die Kräuselung erhöht die Haftfähigkeit der Fasern und erleichtert bis zu einem gewissen Grad das Verspinnen. Gekräuselte Fasern geben der Ware mehr Volumen und somit einen weicheren und wärmeren Griff, mehr Warmhaltevermögen und eine höhere Saugfähigkeit wegen ihrer größeren Oberfläche.

Faserlänge
Bei Naturfasern ist die Faserlänge naturgegeben. Chemiefasern werden zunächst immer in Filamenten (Endlosfäden) hergestellt, können aber anschließend zu Spinnfasern geschnitten bzw. gerissen werden. Die Faserlänge wird als Stapel bezeichnet. Je größer die Faserlänge, desto feiner, fester und glatter die daraus gesponnenen Garne.

Faseroberflächenbeschaffenheit und Querschnitt
Naturfasern haben meist eine natürlich strukturierte Oberfläche mit einem charakteristischen Querschnitt. Dadurch wird die Verspinnbarkeit verbessert. Chemiefasern dagegen sind glatt und strukturlos und brauchen eine künstlich hervorgerufene Spinnpräparation. Die möglichen Querschnittsformen sind unglaublich vielfältig und hängen vom Spinnprozess und von der Düsenform ab. Die Oberflächenbeschaffenheit beeinflusst auch Griff, Glanz, Garnherstellung und Pillingverhalten.

Faserpelz
Schon seit vielen Jahrzehnten ist der Faserpelz beliebt - egal, ob bei Waldarbeitern, Fischern, Seglern oder wahren Outdoorfreaks, die weder Wind noch Wetter scheuen. Heute ist er vor allem der Vorläufer des beliebten Fleeces. Dennoch wird er nach wie vor in einigen Bereichen eingesetzt.
Der Faserpelz wird mit Hilfe der Doppelschlingen-Technik hergestellt. Je nach Anwendung gibt es ein- und zweiseitige Ausführungen. Nachteil ist die Knötchenbildung an der Oberfläche oder besser das Pilling bei häufigem Tragen. Zudem muss der Faserpelz häufig gewaschen werden, da er im sauberen Zustand besser isoliert. Das weiche Material (Polyamid) machen Faserpelz-Westen oder -Jacken zu einem sehr robusten und langlebigen Kleidungsstück.

Feinheiten
Wie dick oder dünn ein Garn ist, wird in verschiedenen Maßeinheiten gemessen.

  • Die metrische Garnnummer ergibt sich aus der Länge eines Garnes, dividiert durch seine Masse (Gewicht): Nm = Länge : Gewicht. Die Garnfeinheit von Nm 50 bedeutet, dass 50 Meter ein Gramm wiegen.
  • Dem numerischen Wert steht der Titer (tex, dtex, den) gegenüber. Üblich ist heute die Feinheitsangabe in tex. Es gilt: tex = Gewicht : Länge in 1.000 Meter. Die Garnfeinheit von 20 tex bedeutet, dass 1.000 Meter 20 Gramm wiegen. Fasern (auch Filamentgarne) werden in der Regel durch ihre Feinheit in dtex (= dezitex) definiert. 1 tex entspricht 10 dezitex. Bei Filamentfäden ist die Faserfeinheit aus den Angaben zum Faden ersichtlich. 360 dtex f136 gibt an, dass 136 Einzelfilamente mit einer Faserfeinheit von jeweils 2,6 dtex einen Faden mit 360 dtex ergeben.
  • Die alte Einheit ist Denier: 1 den entspricht 1 Gramm und 9 Kilometern Länge. Bei kreisrunden Fasern wie der Wolle wird die Angabe auch als Durchmesser in µm (Mikrometer) gemacht.

Naturfasern weisen wachstumsbedingt größere Schwankungen in ihrer Feinheit auf als Chemiefasern. Um einen Faden zu bilden, ist eine Mindestzahl von Fasern im Garnquerschnitt erforderlich. Je feiner die Fasern, desto feiner die Garne, die daraus gesponnen werden können. Die Feinheit beeinflusst auch Weichheit, Biegsamkeit, Füllkraft, Verschleißverhalten, Formbeständigkeit und bekleidungsphysiologisches Verhalten.

Feuchtigkeitsaufnahme
Mit Hilfe einer Messmethode wird die Feuchtigkeitsaufnahme von Fasern gemessen. Bei relativer Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent und einem Trockengewicht von... bei 20° Celsius wird die Feuchtigkeitsaufnahme in Prozent gemessen. Fasern, die viel Nässe aufnehmen, sind hydrophil. Solche, die Feuchtigkeit abstoßen, hydrophob. Mit der Wasseraufnahme einer Faser hängt auch ihr Quellvermögen zusammen.

Fibrillen
Fibrillen sind die Elementarfaser eines Filamentgarnes. Multifilamentgarne bestehen aus mehreren Einzelfäden und somit aus mehreren Fibrillen.

Fleece
Fleece ist eine Maschenware (Gewirk) aus Mikrofilamenten. Nach dem Wirkvorgang beginnt der eigentliche Werdegang des Fleeces: In einem aufwändigen Verfahren wird die Oberfläche gebrochen. Scharfe, hakenbesetzte Röllchen reißen die Schlingen (Henkel) der Maschenware an der Oberfläche auf. Das aufgerissene Garn öffnet sich. Milliarden von Mikrofilamenten quellen heraus und bilden einen flauschig weichen Flor, der für die isolierende Funktion und den guten Feuchtetransport des Materials verantwortlich ist. Fleece kann ein- oder beidseitig aufgeraut werden. Nach der Grundbehandlung kommen Scher- und Nachbehandlungen. Je qualifizierter der Fleecevorgang und die Nachbehandlung, desto hochwertiger ist das fertige Produkt und seine Eigenschaften.

Feuchtetransport
Darunter ist die Eigenschaft eines Textils zu verstehen, Körperschweiß von der Haut zu nehmen und sie an der Faseroberfläche oder in Faserkanälen (Hohlfasern) nach außen zu transportieren. Fasern, die an ihrer Oberfläche Wasserdampf absorbieren, nennt man hydrophil (wasseranziehend). Stoßen sie die Feuchtigkeit ab, sind sie als hydrophob (wasserabweisend) zu bezeichnen. Der Feuchtigkeitstransport geschieht immer von der wärmeren Temperaturzone (in der Regel der Haut) zur kälteren Temperatur (nach außen).

Filament
Filament ist die Bezeichnung für die chemisch hergestellten Einzelfasern, die zu Filamentgarnen zusammengefasst werden. Die Garne sind dann entweder monofil (= eins) oder multifil (= mehrere).

Filamentgarn
Ein Filamentgarn ist von sehr großer, endloser Länge (Endlosgarne) und aus Chemiefasern. Das Garn kann aus einem oder mehreren Einzel-Filamenten bestehen und ist somit entweder monofil oder multifil.

Formstabilität
Die gesamte dreidimensionale Stabilität des Kleidungsstückes soll erreichen, dass die Form auch bei längerem Tragen und nach mehreren Wäschen erhalten bleibt. Stoffe, denen Elastanfasern (zum Beispiel Lycra) beigemischt werden, haben in der Regel mehr Formstabilität.

zum Anfang

Garn
Ein Garn ist ein endloses, fadenförmiges Gebilde, das aus längenbegrenzten Spinnfasern oder aus endlosen Filamenten hergestellt (gesponnen) wird.

Gestrick
Maschenwaren werden unterschieden in Gestricke und Gewirke. Strickwaren werden sowohl auf Flach- als auch auf Rundstrickmaschinen mit einer oder zwei Nadelreihen hergestellt. Die Maschen in einer Maschenreihe werden dabei immer nacheinander gebildet. Vergleichbar ist dieser Vorgang mit dem "Handstricken".

Gewebe
Bei Geweben handelt es sich um textile Flächen, die aus Längs- und Quer- oder - anders ausgedrückt - aus Kett- und Schussfaden bestehen, die miteinander verkreuzt sind. Der Herstellungsvorgang wird Weben genannt, die Art der Fadenverkreuzung Bindung. Es gibt drei Grundbindungen:

  • Leinwandbindung (Tuchbindung)
  • Atlasbindung
  • und Körperbindung

Bindung, Garnfeinheit (dtex) und Dichte (Anzahl der Fäden pro cm²) sind die Hauptfaktoren der Gewebestruktur und sie bestimmen Aussehen, Stärke und Funktionen des Stoffes.

Gewirk
Die zweite Variante der Maschenwaren sind Gewirke. Wirkwaren entstehen nicht wie beim Stricken Masche um Masche, sondern dadurch, dass mehrere Maschen zugleich vorgeformt (Kulieren der Schleifen) und dann zu Maschen ausgearbeitet werden. Wie beim Gestrick ist die fertige Maschenware sehr elastisch und dehnbar, sie passt sich dem Körper an und hat ein großes Wärmerückhaltevermögen.

zum Anfang

Henkel/Henkelplüsch
Henkel dienen bei funktioneller Maschenware als Abstandshalter zur Haut. Es sind ausgebildete Schleifen, die für ganz bestimmten Bindungen gebraucht werden. Der echte Henkelplüsch wird auf Rundstrickmaschinen hergestellt und besteht aus geschlossenen Plüschschleifen, die sehr strapazierfähig sind. In den Schlingen sind winzige Luftkammern, die für eine gute Wärmeisolation sorgen.

Hohlfasern
Hohlfasern haben die Struktur eines Schwammes. Viele Kanäle im Innern und Risse und Öffnungen in der Oberfläche saugen die Nässe mit Hilfe der Kapillarkräfte förmlich von der Haut, absorbieren sie und leiten sie nach außen. Durch die spezielle Faseroberfläche wird eine Rückbefeuchtung der Haut verhindert und ein Verdunsten nach außen hin möglich gemacht.

hydrophil
Hydrophil sind die Fasern, die wasseranziehend oder wasserfreundlich sind und eine gute Netzfähigkeit besitzen. Sie können relativ viel Feuchtigkeit aufnehmen. Diese Eigenschaft kann durch zusätzliche Ausrüstungen noch verstärkt werden.

hydrophob
Hydrophob sind Fasern, die wasserabweisend und wasserabstoßend sind. Diese Eigenschaft kann durch zusätzliche Ausrüstung noch verstärkt werden.

hygroskopisch
Hygroskopisch ist eine Faser dann, wenn sie Wasser aufnimmt. Faserstoffe nehmen unterschiedliche Mengen an Wasserdampf auf. Der Wassergehalt beeinflusst wiederum andere Fasereigenschaften, wie deren Festigkeit. Um Unsicherheiten im Handel auszuschalten, ist international ein Höchstwert für den Feuchtigkeitsgehalt (= Reprise) festgelegt.

Hydrophilierung
Um die wichtigste Voraussetzung für funktionelle Sportbekleidung zu erfüllen, nämlich luft- und wasserdampfdurchlässig zu sein, werden Textilien hydrophil ausgerüstet. Wasserliebende Teilchen werden als Film auf die Fasern aufgetragen. Die Ausrüstung bewirkt, dass sich die Feuchtigkeit auf der Faseroberfläche ausbreitet und der Schweiß schneller nach außen geleitet wird.

Hydrophobierung
Gewebe, das kein Wasser durchlassen soll, wird wasserabweisend ausgerüstet. So zum Beispiel die Regenschutz- oder Wetterschutzbekleidung. Je nach Verwendungszweck können unterschiedliche Effekte erzielt werden. Entweder es ist so, dass das Wasser abperlt und Wasserdampf oder Luft das Gewebe erst gar nicht durchdringen können oder das Gewebe nimmt - nach längerem Aufenthalt im Regen - nur sehr wenig Wasser auf. Diese Wirkungen werden durch Aufbringen von Parafinen, Aluminium- oder Zirkonsalze, sowie durch Silikon-Emulsionen erreicht.

zum Anfang

Isolationsfähigkeit
Die Isolationsfähigkeit oder auch Wärmeisolationsfähigkeit bezeichnet die Eigenschaft eines Textils, das Entweichen der Körperwärme zu verhindern. Diese Fähigkeit hängt nur wenig von der Leitfähigkeit der Fasern selbst ab, sondern von der Texturierung, damit dem Volumen der Garne und der Gewebekonstruktion. Das Volumen entscheidet darüber, wie viel isolierende Luft im Textil eingeschlossen werden kann.

zum Anfang

Kapillare
Der Begriff, der in der Medizin für feinste Haar- bzw. Blutgefäße steht, wird in der Textilindustrie für feinste Fasern, die zu Garnen gesponnen werden, genutzt. Der Kapillarfaden ist der beim Düsenspinnverfahren aus der Bohrung der Spinndüse austretende Einzelfilamentfaden.

Kapillarwirkung
In den winzigen Zwischenräumen zwischen den Kapillaren (Fasern oder Fibrillen) wird einerseits Luft als isolierendes Polster gespeichert, andererseits entsteht eine Sogwirkung, die Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf von innen nach außen leitet. Ähnlich wie ein Docht, der die Feuchtigkeit (in dem Fall den Wachs) von einem Ende zum anderen zieht. Gemeint ist also die Bewegung von Flüssigkeit innerhalb einer Faser oder eines Stoffes. Die Richtung wird bestimmt durch die Temperaturunterschiede: in der Regel von warm zu kalt bzw. von der wärmeren Temperatur in Haut- oder Körpernähe zur kälteren Temperatur an der Außenluft. Im Amerikanischen heißt Kapillarwirkung Wicking (Dochtwirkung).

Kette/Kettfaden
Längslaufender Faden im Gewebe, der im rechten Winkel zum Schussfaden liegt.

zum Anfang

Laminat
Ein Laminat ist die feste Verbindung von mindestens zwei Stoffen (meist Gewebe, aber auch Maschenwaren). Man unterscheidet zwischen 2-Lagen- und 3-Lagen-Laminat. Ersteres besteht immer aus einem Überstoff, der nach außen getragen wird und einer Membrane, zweiteres aus Oberstoff und Futter mit einer dazwischenliegenden Membrane. 2-Lagen-Laminate haben eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit, sind sehr leicht und bieten guten Tragekomfort. 3-Lagen-Laminate dagegen werden zu einer festen Schicht verklebt, sind relativ stabil und sehr strapazierfähig. Die Wasserdampfdurchlässigkeit wird durch die Laminierung der Membran innen und außen etwas herabgesetzt. Grundsätzlich müssen alle Nähte wasserdicht verschweißt oder verklebt werden.

Leinen
Leinen ist eine Naturfaser aus Bast. Zusammengehalten werden die Fasern mit Pektin. Durch den glatten Griff kühlt Leinen und ist deshalb für Tropenkleidung gut geeignet. Ansonsten wird Leinenstoff für funktionelle Sportbekleidung nicht verwendet.

Leistungsumsatz des Menschen
Die Wärmebildung im menschlichen Körper wird zum Teil (etwa 1/3) in Muskelleistung umgesetzt. Der Rest (etwa 2/3) wird nach außen abgegeben. Die Leistungsumsätze werden in der Leistungseinheit Watt angegeben. Je nach körperlichen Tätigkeit ist die Wärmebildung beim Menschen sehr unterschiedlich. Die folgenden Zahlen gelten für einen Mann mit 1,73 m Körpergröße und 70 kg Gewicht. Für schwerere oder leichtere Menschen ist bei gleicher Tätigkeit die Wärmebildung proportional zum Körpergewicht verschieden. Gehen zwei Menschen, der eine 50, der andere 100 Kilogramm schwer, nebeneinander her, produziert der doppelt so schwere auch doppelt so viel Wärme.
Leistungsumsatz des Menschen bei verschiedenen Tätigkeiten:

  • Schlafen: 85 Watt
  • ruhig Sitzen: 115 Watt
  • Stehen: 160 Watt
  • leichte körperliche Arbeit: 200 Watt
  • mittelschwere körperliche Arbeit (entspricht Gehen mit 4 km/h): 280 Watt
  • schwere körperliche Arbeit (entspricht Gehen mit 5 km/h): 350 Watt
  • maximal zumutbare Schwerstarbeit: 450 Watt
  • Skilanglauf: 700 Watt
  • Hochleistungssport bis 800 Watt
  • kurzzeitige Höchstleistung: 1.000 - 1.200 Watt

Liner
Liner sind textile Flächen, die lose zwischen Oberstoff und Futter eingelegt werden. Grundsätzlich unterscheidet man Z-Liner (auch Insertlaminat) und S-Liner (auch Futterstofflaminat). Der Z-Liner ist heute in Europa das gängigste Verfahren. Die Membran wird auf ein dünnes Trägermaterial (-fleece) laminiert und lose zwischen Oberstoff und Futter eingehängt. Beim S-Liner wird die Membran direkt auf den Futterstoff laminiert. Der Oberstoff kann wie beim Z-Liner frei gewählt werden.

Lichtechtheit
Textilien sollten gegen natürliches UV-Licht und gegen jede Art von künstlichem Licht resistent sein, damit Farben und Eigenschaften der Gewebe oder Maschenwaren erhalten bleiben. Die Lichtechtheit wird gemessen nach DIN 54003 in einer Skala von 1 bis 8.

Luftdurchlässigkeit
Die Luftdurchlässigkeit benennt die Widerstandsfähigkeit eines Textils gegen den Austausch von Luft. Luftdurchlässigkeit wird allgemein auch mit Winddichte umschrieben. Ein Testwert von 0 weist einen Stoff aus, der absolut keine Luft durchlässt (in cc/cm² x sec).

zum Anfang

Maschenwaren, auch Gestrick
Maschenwaren sind textile Flächen, bei denen Garne in eine Reihe ineinandergreifender Schlingen umgeformt sind. Es werden hierbei ein oder mehrere Fäden mit sich selbst zu Maschen verschlungen (deshalb der Begriff Maschenware). Unterschieden wird zwischen gewirkt oder gestrickt.

Mehrschichtenprinzip, auch Bekleidungssystem, Zwiebelsystem
Die verschiedenen Bekleidungsschichten, angefangen bei der Unterwäsche bis hin zum äußeren Wind- und Wetterschutz, harmonieren bestens in Funktion und Tragekomfort. Besonders wichtig ist der Feuchtetransport durch alle Schichten hindurch - er sorgt für die notwendige Wärmeregulierung.

Membran
Wind- und wasserabweisende Membranen sind hauchdünne Folien mit einer Stärke von etwa 0,025 Millimetern (so dick etwa wie Haushaltsfolie). Um sie verarbeiten zu können, muss die Membran auf ein Trägermaterial laminiert (geklebt/ verschweißt) werden. Die Membranen sind hochempfindlich und dürfen nicht verletzt werden. Deshalb werden sie so verarbeitet, dass sie von Ober- und Futterstoff geschützt sind. Es gibt mikroporöse und porenlose Membranen. Beide Versionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie wind- und wasserdicht sind, Körperschweiß in Form von Wasserdampfmolekülen aber von innen nach außen diffundieren lassen. Dabei spielen die Körper- und Umgebungstemperatur eine wichtige Rolle. Es muss außen kälter sein als innen.

Meraklon
Meraklon ist die Polypropylenfaser eines italienischen Herstellers. Sie wird hauptsächlich für funktionelle Sportunterwäsche bzw. bei doppelflächigen Maschenwaren als auf der Haut liegende, feuchtigkeitstransportierende Innenseite verarbeitet.

Mercerisieren
Mercerisieren ist die Veredelung von Baumwolle zur Erhöhung des Glanzes, des Farbaufnahmevermögens, der Festigung, Dehnung und Elastizität mittels chemischer Behandlung in konzentrierter, warmer Natronlauge unter Spannung. Die Baumwolle wird dadurch fester und formstabiler, verliert durch den Mercerisiervorgang allerdings etwas ihrer Saugfähigkeit.

Mikrofaser
Hierbei handelt es sich um außergewöhnlich feine Fasern aus Polyamid oder Polyester mit Stärken von 1,0 bis 1,2 dtex. Da Mikrofasern aufgrund dieser Feinheiten sehr dicht gewebt werden können, hat das fertige Gewebe bis zu 7.000 Fasern pro cm2. Mikrofaserstoffe sind wind- und wasserabweisend und haben meist eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit. Die Wassersäule dieser Gewebe liegt bei circa 200 bis 1.000 Millimetern, während die DIN-Norm 61539 für wasserdichte Bekleidung eine Wassersäule von mindestens 1.300 Millimetern vorschreibt. Dicke und Dichte der Stoffe können anhand der Gewebekonstruktion variiert werden. Dabei gilt: je dichter das Gewebe, desto höher die Wassersäule und desto geringer die Wasserdampfdurchlässigkeit.

Mikroklima
Entscheidend für ein Wohlfühlen in der Kleidung - selbst bei sehr schweißtreibenden Sportarten - sind die klimatischen Bedingungen zwischen Haut und Textil. Also das Temperaturverhältnis und die vorherrschende Luftfeuchte. Sogenannte "Abstandshalter" (herausstehende Faserenden bei Spinnfasern oder Frottee-Schlingen in der Maschenkonstruktion) schaffen einen Abstand vom Textil zur Haut, in dem die Luft zirkulieren und sich so ein gesundes Mikroklima entwickeln kann.

Modal
Modal wird aus der natürlichen Zellulose des Buchenholzes gewonnen und zeichnet sich durch angenehm weichen, geschmeidigen Griff und hohe Saugfähigkeit aus. Wie die rasterelektronische Aufnahme zeigt, besitzt Modal im Vergleich zur Baumwolle eine glatte Oberfläche und hohe Reinheit. Diese wirkt den sogenannten Inkrustationen entgegen: Weichheit, Saugfähigkeit und Farbbrillanz bleiben auch nach vielen Wäschen erhalten. Modal kann mit Faserfeinheiten von 1,0 bis 1,5 dtex verarbeitet werden.

Modifizierung
Oberbegriff für die Veränderung spezifischer Eigenschaften von chemischen Faserstoffen mit Hilfe chemischer oder physikalischer Prozesse. Ziel ist es, bessere Trage- oder Pflegeeigenschaften zu erreichen und die Anfälligkeit für Verschmutzung oder Pilling zu verringern.

Mykose
Mykose bezeichnet den Pilzbefall der Haut, der gefördert wird durch ein feuchtwarmes Mikroklima bei starkem Schwitzen und einem unzureichenden Feuchtetransport.

zum Anfang

Naturfasern
Naturfasern kommen in den Natur bereits in Faserform vor. Sie werden in drei Gruppen eingeteilt:

  • pflanzliche Fasern wie Baumwolle oder Flachs
  • tierische Fasern wie Wolle oder Seide
  • und mineralische Fasern wie Asbest. Die mineralischen Fasern haben allerdings nur eine geringe Bedeutung für Textilien.

Als Naturfasern werden alle in der Natur vorkommenden Faserstoffe bezeichnet. Die tierischen Fasern bestehen aus Eiweiß und werden nach Wolle und Edelhaaren unterschieden. Bei den pflanzlichen Fasern sind Baumwolle, Leinen und Ramie bedeutsam, sie bestehen aus Zellulose.

Nassfestigkeit
Die Festigkeit der textilen Rohstoffe ist im trockenen oder nassen Zustand unterschiedlich. Die Nassfestigkeit, wie der Name bereits verrät, beschreibt die Festigkeit im nassen Zustand. Dieser Wert ist wichtig für die Beurteilung der Waschbarkeit eines Kleidungsstückes. Wolle hat beispielsweise eine geringe, Baumwolle eine hohe Nassfestigkeit.

Nylon
Nylon ist der Gattungsbegriff für Polyamid 6.6, das im Schmelzspinnverfahren hergestellt wird. Es ist kein geschützter Markenname wie beispielsweise Perlon, das aufgrund umfangreicher Qualitätskontrollen für hohe Qualität steht.

zum Anfang

Oberflächenbehandlung bei Markenfleece
Am Beispiel von Polartec Markenfleece sind hier die einzelnen Schritte der Oberflächenbehandlung aufgezeigt, die ein Markenfleece durchlaufen muss, bevor es zu einem Bekleidungsstück konfektioniert wird:
Nach dem Rundstricken wird der runde Strickschlauch aufgeschnitten und für seine weitere Behandlung gerade und flach ausgelegt. In langen, kontinuierlichen Trocknern wird die Ware zunächst getrocknet, bevor sie bedruckt wird. Danach beginnt der Rauvorgang und so die flauschig weiche Oberfläche des Fleeces geschaffen. Eine Walze mit unzähligen kleinen Messern schneidet die Faserschlingen vorsichtig auf, im nachfolgendem Schervorgang werden die Faserbündel zu einer gleichmäßigen Oberfläche geschoren. Bei Malden Mills wird diese Oberfläche Velour genannt. Die Länge der Faser kann genau eingestellt werden. Beim anschließenden Thermofixieren werden Dehnbarkeit und Einlaufverhalten der Stoffe kontrolliert und bestimmt.

zum Anfang

Pflegekennzeichnung
Die Pflegekennzeichnung von Textilien liegt im Interesse der Verbraucher. Am Kleidungsstück werden verständliche Symbolkennzeichen befestigt, die dessen richtige Wasch- und Pflegebehandlung angeben. Diese Art der Pflegekennzeichnung ist im Gegensatz zur Textilkennzeichnung freiwillig. Es gibt keine Vorgaben von gesetzlicher Seite. Deshalb gibt es im Handel nach wie vor Textilien ohne Pflegekennzeichnung. Markenhersteller achten jedoch sehr streng auf derartige Angaben. Besonders dann, wenn es um die Vorgaben zur Waschbehandlung geht. Die folgende Aufstellung verschafft einen Überblick über mögliche Waschbehandlungsarten für verschiedene Fasertypen:

  • Baumwolle: weiße oder echt gefärbte Baumwollwäsche kann bei 95°C als Kochwäsche, farbige Textilien auf 40 bis 60°C gewaschen werden. Nicht vorgekrumpfte Baumwolle läuft noch ein
  • Leinen: weiße oder echt gefärbte Leinentextilien können bei 95°C als Kochwäsche, farbiges Leinen bei 40 bis 60°C gewaschen werden. Achtung: Leinen läuft meist noch stark ein
  • Wolle: kalt bis lauwarm waschen, nicht über 30°C oder als spezielle Wollwasch-Maschinenwäsche ohne Schleudern. Hitze (heißes Wasser) und mechanische Bewegung führt bei Wolle zum Verfilzungseffekt
  • Naturseide: lauwarm waschen, nicht reiben oder bürsten, mit einem Feinwaschmittel waschen und mit viel kaltem Wasser nachspülen
  • Viskose: kann bis 60°C gewaschen werden. Gut ist verminderte Trommelbewegung in der Waschmaschine, möglichst nicht Schleudern
  • Polyamid: kann bei 40 bis 60°C bei viel Lauge gewaschen werden, bei stärkerer Hitze neigt Polyamid zur Knitterbildung
  • Polyester: kann bei 40 bis 60°C mit viel Lauge gewaschen werden, bei stärkerer Hitze neigt Polyester zur Knitterbildung
  • Polyacryl: kann bei 30°C bei hohem Wasserstand in der Maschine gewaschen werden. Textilien neigen zum Knittern und bei höherer Temperatur besteht zudem Vergilbungsgefahr
  • Elastan: weiße Wäsche kann bis zu 60°C, farbige Wäsche bis 40°C gewaschen werden.
    Generell gilt: immer die Pflegeanleitung im fertigen Bekleidungsteil beachten! Ausrüstungen und Veredelungsverfahren können diese Angaben verändern

Pilling/Pillingbildung
Knötchenartige Gebilde auf der textilen Oberfläche, die durch Scheuern, Tragen oder konstante Beanspruchung hervorgerufen werden. Die kleinen Knötchen bilden sich durch Verletzung, Verknotung oder das Verheddern von herausstehenden Faserenden bei Geweben, Maschenwaren oder Fleece aus Chemie- oder Naturfasern. Pilling mindert nicht nur den optischen Eindruck eines Textils, sondern auch dessen Wärmerückhaltevermögen bzw. die Isolierfähigkeit und verkürzt die Haltbarkeit, vor allem bei Fleecewaren.

Polyacryl (PAC)
PAC setzt sich aus einer Verbindung von Propylen, Ammoniak und Sauerstoff zusammen, die in der Technik Acrylnitrit genannt wird. Die herausragendsten Eigenschaften sind die geringe Feuchtigkeitsaufnahme von etwa 1 bis 2 Prozent, die Leichtigkeit und Bauschkraft. In letzterer übertrifft Acryl sämtliche anderen synthetischen Fasern. Daher wärmen Stoffe oder Maschenwaren aus diesem Material hervorragend. Da die Fasern nicht hygroskopisch (wasseraufnehmend) sind, nehmen sie den Schweiß in Dampfform nicht auf. Es entsteht im hautnahen Bereich eine trockene Wärme, die vor allem von Rheumatikern sehr geschätzt wird.

Polyamid (PA)
Als Polyamid wird Nylon und Perlon bezeichnet. Es wird durch hohe Kondensation von Diaminen mit Dikarbonsäuren gewonnen und nach mehreren chemischen Prozessen zu Fasern versponnen. PA nimmt etwa 4 Prozent seines Eigengewichts an Feuchtigkeit auf. Nylon und Perlon sind versponnene PA-Fasern, die durch ihre Reiß- und Scheuerfestigkeit bestechen.

Polyester (PES)
Polyester ist die am häufigsten verarbeitete Faser. Sie besteht aus langen Molekülketten mehrwertiger Säuren und mehrwertiger Alkohole. Polyestergewebe bestechen durch ihre Leichtigkeit, Elastizität, Färb-, Hitze- und Formbeständigkeit. Polyester hat neben Polypropylen die geringste Feuchtigkeitsaufnahme von allen Chemiefasern, höchstens ein Prozent des Eigengewichts - und trocknet deshalb besonders schnell.

Polypropylen (PP)
Polypropylen ist eine synthetische Faser, die etwa 40 Prozent leichter ist als Baumwolle, dabei aber sehr fest und strapazierfähig. Sie zeichnet sich durch einen recht weichen, fast wolligen Griff aus. PP wird aus Propylen, einem Abfallprodukt bei der Rohölverarbeitung, hergestellt. Die Feuchtigkeitsaufnahme liegt bei 0 Prozent, was sie zu einem hervorragenden Material für funktionelle Sportunterwäsche macht. Bekannt ist PP auch unter Meraklon.

Polyurethan (PU)
Polyurethan ist ein chemisches Material, das für wasserdichte Kompaktbeschichtungen, mikroporöse und porenlose Beschichtungen verwendet wird. Es kann sowohl chemisch gereinigt als auch gewaschen werden und ist relativ strapazierfähig. Damit die Beschichtungen noch strapazierfähiger und haltbarer werden, wird PU oftmals in mehreren Lagen aufgetragen. PU-beschichtete Polyamid- oder Polyester-Stoffe sind zuverlässig wasser- und luftdicht mit einer Wassersäule von bis zu 5.000 Millimetern, abrieb- und kältebeständig.

Polyvinylchlorid (PVC)
PVC ist die älteste der Chemiefasern. Sie wurde bereits 1913 entwickelt. In der Bekleidung wird sie hauptsächlich für (Rheuma-)Wäsche und für kompakte Beschichtung regendichter Bekleidung verwendet. Aufgrund des hohen Chlorgehaltes ist die Faser schwer entflammbar, ihre Resistenz gegen Chemikalien macht sie zu einem wichtigen Beschichtungsmaterial für Schutzanzüge und Arbeitsbekleidung. Im Sport und in der Oberbekleidung hat PVC in den letzten Jahren ihre Bedeutung verloren. Die PVC-Fasern nehmen keine Feuchtigkeit auf, brechen aber bei niedrigen Temperaturen. Einfache Beschichtungen reiben sich aufgrund der stumpfen Oberfläche schneller ab als andere.

Profilfaser
Chemiefasern können mit Hilfe des Querschnitts in der Spinndüse im Profil verändert werden. Runde Profile haben die geringste Oberfläche, alle anderen haben eine größere. Glanz, Farbwirkung, Griff, Hygiene sowie Pillingverhalten werden durch die Beschaffenheit der Faseroberfläche ebenso beeinflusst wie die Intensität des Feuchtigkeitstransportes. Je größer die Oberfläche, desto mehr Feuchtigkeit kann transportiert werden. Die Hohlfaser gehört ebenfalls zu den Profilfasern.

zum Anfang

Quellbarkeit
Quellbarkeit bezeichnet die Fähigkeit textiler Faserstoffe, durch Feuchtigkeitsaufnahme ihr Volumen zu vergrößern.

Das Quellvermögen liegt bei

  • Viscosefasern bei 115%
  • Baumwolle bei 41%
  • Wolle bei 39%
  • Seide bei 31%
  • Polyamid bei 11%
  • Polyacryl bei 9%
  • allen anderen Chemiefasern bei 0%

Bei funktioneller Sportunterwäsche oder in der feuchtigkeitstransportierenden Wärmeschicht sind quellbare Fasern ungeeignet, weil sie ihr Volumen so weit vergrößern, bis das Gewebe bzw. die Maschenware seine/ ihre Porosität verliert und keinen Luftaustausch mehr zulässt.

zum Anfang

Reißfestigkeit
Die Reißfestigkeit entspricht dem Widerstand einer Faser gegen Zugbeanspruchung bis zu ihrem Zerreißen. Dieser Widerstand wird gelegentlich auch als Reißkraft der Faser bezeichnet.

zum Anfang

Scheuerfestigkeit
Die Scheuerfestigkeit (auch Abriebfestigkeit) von Textilien bezeichnet die Widerstandskraft gegen Scheuerbeanspruchung. Somit also das Maß, zu dem ein Stoff in der Lage ist, sich an seiner Oberfläche gegen mechanische Einflüsse wie Abtragen, Reiben und Scheuern zu behaupten. Diese wichtige Eigenschaft kann mit Hilfe des Martindale-Tests exakt geprüft werden. Der Stoff wird hierfür auf eine Art Scheibe gespannt und ständiger Scheuerbelastungen ausgesetzt - solange, bis der Stoff sich durchgescheuert hat. Die Scheuerbeständigkeit wird dann in Touren angegeben. Besonders widerstandsfähig sind Polyamide und Polyester.

Schuss/ Schussfaden
Querlaufender Faden in einem Gewebe, und zwar von seitlicher Leiste zu Leiste. Er verläuft rechtwinklig zur Kette (Kettfaden).

Schweißechtheit
Ist die Widerstandsfähigkeit textiler Fasern sowie von Drucke und Färbungen auf Geweben aller Art gegen die Einwirkungen von Körperschweiß. Intensive Schweißbeanspruchung kann Naturfasern, wie zum Beispiel Seide, angreifen und mit der Zeit zersetzen.

Scotchgard
Scotchgardausrüstungen sind Fleckschutzausrüstungen auf Fluorbasis. Textilien werden dadurch widerstandsfähig gegen wässrige, ölige und gegen Alkohol-Flecken.

Seide
Seide kommt im Aufbau und der Struktur der menschlichen Haut am nächsten. Sie ist eine Eiweißfaser, die aus dem Kokon der Seidenraupe gewonnen wird. Die Raupen spinnen sich darin ein, bevor sie zu Schmetterlingen werden. Ein Drittel des etwa 3 km langen (Endlos-) Fadens kann sauber abgewickelt werden, der Rest wird zu Bourett- oder Schappseide (Seidengarn wird aus den kurzen Fasern gesponnen) verarbeitet. Etwa 7 bis 8 Seidenfäden werden beim Abwickeln in einem Strang zusammengefasst und später zum Garn gezwirnt.

Silikon
Silikonbeschichtete Stoffe sind zuverlässig wasserdicht bis zu einer Wassersäule von 8.000 Millimetern. Silikon kann als Tauchbad aufgetragen werden. Auf diese Weise wird der Stoff beidseitig beschichtet. Normale Beschichtungen reduzieren die Reißfestigkeit des Stoffes, wogegen sich diese bei Silikonbeschichtung noch erhöht. Nachteil: silikonisierte Stoffe lassen sich nur schwer oder gar nicht verschweißen.

Spandex
Spandex ist der amerikanische Begriff für Elastan, dem Überbegriff für alle elastischen Fasern, wie er bei uns benutzt wird. Der Begriff Spandex ist in Europa aus warenrechtlichen Gründen nicht gebräuchlich.

Spinnfaser
Der Begriff leitet sich aus dem englischen Wort "Spun" ab und bezeichnet Textilfasern mit begrenzter Länge. Hier wird unterschieden zwischen

  • natürlichen Fasern mit begrenzten Längen, wie Baumwolle (20 bis 42 Millimeter) und Wolle (120 bis 350 Millimeter)
  • und Chemiefasern, die auf eine bestimmte Länge geschnitten werden, bevor sie zum (Spinnfaser)Garn versponnen werden.

Für funktionelle Sportbekleidung, besonders für Wäsche oder neu auch für Fleece, werden Spinnfasern eingesetzt, weil die winzigen herausstehenden Faserenden als wichtiger Abstandshalter zur Haut dienen und die Ware noch weicher und voluminöser wird.

Stapel/ Stapellänge
Die Stapellänge ist die durchschnittliche Länge einer Faser: entweder von Naturfasern mit natürlicher Länge - wie Baumwolle (20 bis 42 mm) oder Wolle (120 bis 350 mm) - oder von Chemiefasern, die nachträglich in bestimmte Längen (je nach gewünschten Eigenschaften und Einsatzgebieten) geschnitten werden. Die Stapel chemischer Fasern sind gleichmäßiger als bei Naturfasern.
Bei Baumwolle ist die Stapellänge ein Qualitätsmaßstab: je langstapeliger, desto höher ist die Qualität, um so glatter und feiner ist die Baumwolle.

Stretch
Stretch bezeichnet elastische Garne oder Stoffe. Es gibt zwei Möglichkeiten, Stretchmaterialien zu erzeugen: erstens durch die Verwendung von Elastanen (Lycra, Dorlastan) und zweitens durch Texturieren von synthetischen Filamentgarnen.

Strickwaren
Strickwaren ist die allgemeine Bezeichnung für alle Maschenwaren. Im Unterschied zur Wirkware wird jedoch bei den Strickwaren jede einzelne Masche vorgeformt und erst dann abgestrickt. Vergleichbar ist dieser Vorgang mit dem Handstricken. Es gibt zwei Arten von Strickwaren: Flach- und Rundstrickwaren. Beiden gleich sind ihre Vorteile: die hohe Elastizität und große Vielfalt der Oberflächengestaltung. Von Nachteil sind: geringe Formstabilität und relativ hohe Waschkrümpfe (Einlaufen beim Waschen, vor allem bei Naturfasern).

zum Anfang

Taslan
Mit Taslan werden Stoffe bezeichnet, deren Fasern (Nylon) unter Dampf texturiert worden sind. Die Endlosfasern erhalten durch kleine Schlingen und Schlaufen bei starker Texturierung im Luftblasverfahren vor allem mehr Volumen. Die daraus gewebten Stoffe oder Maschenwaren sind ebenfalls voluminös, weich und haben einen textileren Griff. Die Art der Texturierung wird Taslan-Ausrüstung genannt.
Gewebte Taslan-Stoffe sind in der Regel wasser- und windabweisend sowie wasserdampfdurchlässig. Je nach Faser- und Garnstärke, sind die Stoffe mehr oder weniger dicht gewebt (hier gibt es große Qualitätsunterschiede!). Die Feuchtigkeit von außen kann demnach mehr oder weniger schwer in das Gewebe eindringen. Maschenwaren haben in der Regel einen guten Feuchtetransport. Der verdampfende Körperschweiß wird an der Faseroberfläche nach außen geleitet. Die Faser selbst nimmt kaum Wasser auf. Die Oberfläche und der Griff von Taslan sind unterschiedlich. Auch hier spielt die Faserstärke eine Rolle. Grundsätzlich gilt: Je feiner die Faser, desto weicher und glatter ist der Stoff.

Textilkennzeichnung
Die Idee der gesetzlichen Textilkennzeichnung kam gegen Ende der 50er Jahre auf. Vorher geschah eine Kennzeichnung nur auf freiwilliger Basis. Zu dieser Zeit war es fast unmöglich, Textilien auf ihren Wollgehalt hin zu überprüfen - die Bezeichnungen waren zu unterschiedlich und zum Teil sehr irreführend. Im Interesse des Verbrauchers und des Textileinzelhandels wurde eine allgemeingültige Regelung eingeführt: Am 25.8.1972 trat die endgültige Fassung des Textilkennzeichnungsgesetzes (TKG) in seiner - noch heute gültigen - Form in Kraft. Seither ist es, zum Schutz der Verbraucher, nicht mehr erlaubt, textile Waren unter dem Namen des mehr oder minder verwendeten Rohstoffs zu verkaufen. Vielmehr müssen die Rohstoffe klar und deutlich deklariert sein. Im Einzelnen schreibt das Gesetz vor, welche Bezeichnungen für unterschiedliche Faserarten gelten und wie deren Gewichtsanteile anzugeben sind. Auch wird vorgegeben, welche sonstigen Angaben gemacht werden dürfen und welche zu unterlassen sind.

Texturieren
Texturieren ist die Behandlung glatter endloser Chemiefasern durch Wärme, um sie mit einem Höchstmaß an textilen Eigenschaften auszustatten: Bauschkraft, Elastizität und Volumen geben ihnen ein hohes Warmhalte- und Feuchtigkeitstransportvermögen sowie eine textile Wirkung (weich, anschmiegsam, naturfaserähnlich). Die ursprünglich glatten Filamentgarne werden meist - unter Ausnutzung ihrer Thermoplastizität - völlig verändert.

Titer
Maßeinheit zur Bestimmung der Garnfeinheit für endlose Garne natürlichen (Seide) oder synthetischen Ursprungs (Chemiefasern). (Siehe Feinheiten)

Trilobal
Trilobal bezeichnet eine bestimmte Querschnittsform einer synthetischen Profilfaser, aus der Gewebe oder Maschenwaren auch für Sportbekleidung hergestellt werden. Die Faser hat einen dreiseitigen Rundbogen, ähnlich wie ein Kleeblatt als Querschnitt, der Glitzereffekte hervorruft.

Tumbler
Auch Wäschetrockner. Um auf der Pflegeanleitung von Textilien anzugeben, ob Trocknen im Tumbler möglich ist oder nicht, wird ein bestimmtes Symbol verwendet: ein Kreis im Quadrat. Ist ein zusätzlicher Punkt im Kreis aufgezeichnet, darf die Wäsche nur bei niedriger Temperatur im Tumbler getrocknet werden. Zwei Punkte erlauben normale Temperaturen beim Trocknen. Sobald das Symbol mit einem Kreuz durchgestrichen ist, darf das Textil auf keinen Fall in den Wäschetrockner.

zum Anfang

Ventilation
Ventilation ist der Austausch der Luft zwischen Kleidung und Haut und der Umgebungsluft. Das geschieht meist über Öffnungen in der Kleidung: Ärmel-, Beinabschlüsse, Kragenöffnungen usw.. Wird das Luftvolumen zwischen Körper und Kleidung durch die natürliche oder sportliche Bewegung des Körpers bewegt, ist von Konvektion die Rede. Die erhöhte Luftventilation bei sportlicher Anstrengung und starkem Schwitzen ermöglicht eine höhere Wärmeabgabe, weil der verdampfende Körperschweiß mit abgeführt wird. Diese Luft in Körpernähe hat einen hohen Feuchtigkeitsanteil, der immer durch trockene Außenluft ersetzt wird.

Ventile
Ventile wurde vom englischen Shirley-Institut entwickelt und ist ein sehr fein gewelltes Baumwollgewebe, das als hochatmungsaktiver Windjackenstoff bei sehr tiefen Temperaturen Verwendung findet. Es ist winddicht und reißfester als wasserdichte und atmungsaktive Gewebe oder Beschichtungen. Der Schutz gegen Feuchtigkeit von außen ist allerdings, gemessen am heutigen Standard, gering.

Verarbeitungskriterien als Qualitätsmerkmale
Bei Polo- und Sweatbekleidung ist die Verwendung von hochwertiger, formbeständiger Baumwolljersey- oder Pikeeware wichtig, sowie gute Farbechtheiten.
Fleece-Bekleidung, dagegen, sollte pillarm sein, der Flor eine gute Rücksprungkraft und eine hohe Dichte aufweisen (saubere Rauung durch den Fleece-Lieferanten!). Bei hochwertigen Fleeceartikeln wird das Fleece (Strickware) in mehreren Passagen geraut und geschoren, so dass ein ebenmäßiger Flor/ Velour entstehen kann. Das Fleece sollte gute Farbechtheiten haben, um ein Anfärben auf mitverarbeitete Textilien zu vermeiden.

Bei Schnitten und Verarbeitung ist zu beachten:

  • kantengerader Schnitt der Fertigteile (kein Verzug)
  • Overlook-Nähte (evtl. mit Safety-Naht)
  • Nähte müssen elastisch sein
  • Abdeckung der Nähte (z. B. Kragennaht) mit einem Nahtband
  • Verwendung von hochwertigen Reißverschlüssen, Kordeln, Knöpfen, Stoppern
  • saubere Innenverarbeitung der Nähte/ Fadenenden sollten sauber vernäht sein
  • saubere Verarbeitung der Knopflöcher, so dass nichts ausfranst
  • fest angenähte Knöpfe
  • saubere Einarbeitung der Vlieseline-Einlagen in Frontblenden
  • gute Rückstellfähigkeit des Bündchenstoffes an Kragen, Arm, Saum
  • Labels müssen sauber, gerade und leserlich ein- und aufgenäht sein

Beim Druck gelten folgende Qualitätskriterien: Er muss konturenscharf und weich sein, Stickereien sollten glatt liegen und keine Fäden ziehen. Dies sind zwar nur einige, aber wichtige Merkmale zur Beurteilung guter Verarbeitung.

Veredlung
Veredlung ist der Oberbegriff für Nachbehandlungen von Textilien, um Aussehen, Griff, Farbe oder Eigenschaften zu verändern. Dazu gehören nicht nur Bleichen, Färben, Bedrucken, Imprägnieren, sondern auch moderne Formen der Hochveredlung, um Textilien wasserabweisend, scheuerfest, knitterarm, flammensicher, fleckenunempfindlich, mottensicher und hygienisch einwandfrei zu machen.

Veredlungsverfahren
Färben: Maßnahme der Textilveredlung zur Farbgebung von Textilien. Früher wurden ausschließlich natürliche Farbstoffe (Purpurschnecke, Indigo- oder Safranplanze) oder Mineralien zum Färben verwendet. Heute sind die Farbstoffe chemisch und unterliegen strengen Richtlinien.
Mögliche Formen der Färbung sind:

  • Düsenfärbung: hier kommt es zur Einlagerung von Farbpigmenten direkt in die Spinnmasse von Chemiefasern und Synthetics. Diese Art der Färbung gilt als unübertroffen echt, allerdings ist die Farbpalette auf Basisfarben begrenzt
  • Flockefärbung: hier erfolgt die Färbung der Einzelfaser vor dem Verspinnen
  • Bei der Garnfärbung wird das Garn im Strang, auf Spulen oder als ganzer Kettbaum ins Farbbad getaucht
  • Bei der Stückfärbung werden fertige Gewebebahnen oder Maschenwaren in ihrer Farbe verändert - die Stückfärbung bezeichnet auch die Färbung des fertigen Bekleidungsstücks.

Fasern, Garne auf Spulen oder im Strang bzw. Textilien in der Meterware werden in Farbflotten behandelt. Flotten sind wässrige Lösungen, wobei die darin gelösten Farbstoffe auf den textilen Träger aufziehen. Folgende Faktoren sind von Bedeutung: Temperatur, Zeit, Farbstoff- und Wassermenge, Geschwindigkeit mit dem das Textil in der Flotte bewegt wird bzw. sich die Flotte selbst bewegt.
Grundsätzlich gilt: Je früher im Verarbeitungsvorgang gefärbt wird, desto gleichmäßiger und echter ist die Färbung.

Verstrecken
Unmittelbar nach dem Spinnprozess werden die noch weichen endlosen Filamente bis auf das Fünffache ihrer Lange verstreckt. Mit dem Ziel, die innerhalb der Fasern wirr durcheinander liegenden, verknäulten Molekülketten parallel zu ordnen, in sich zu verlängern und dazu zu bringen, fest aneinander zu haften (Kristallisationsprozess). Dieser Vorgang ist wichtig für die Festigkeit und Dehnbarkeit der Faser.

Verwirbelung
Die Verwirbelung ist eine Art von Texturierung wie sie beispielsweise Taslan erfährt. Mit Hilfe des Luftdüsenbauschverfahrens, auch Luftverwirbelungsverfahren genannt, geschieht ein Texturieren ohne Verdrehungstendenz.

Viscose
Auf die Frage, ob Viscose eine Naturfaser oder Chemiefaser ist, findet sich schnell eine Antwort: Viscose besteht zwar zu 100 Prozent aus natürlichen Grundstoffen (Zellulose), kann aber, im Gegensatz zu anderen Naturfasern, nicht ohne chemische Umwandlungsprozesse und den Einsatz chemischer Substanzen versponnen werden. Sie ist also eine Regeneratfaser. Chemisch reiner, aus Holz und Pflanzen gewonnener Zellstoff wird mit Natronlauge und Schwefelkohlenstoff behandelt und zu einer zähflüssigen "Viscose" gemacht. Daraus werden dann Filamente (endlose Fasern) gesponnen.

Vlies/ Thermovlies
Für Wintersportbekleidung werden Vliese zur Wärmeisolation eingesetzt. Grundsätzlich sind Vliese textile Flächengebilde, die durch die Verfestigung von Faservliesen hergestellt werden. Sie gehören zur Gruppe der Textil-Verbundstoffe. Vliesstoffe werden unter Umgehung des Spinn- und Webprozesses und ohne Bildung von Maschen hergestellt. Die Verfestigung und Verbindung des Materials wird mechanisch durch "Verkleben" (mit einem Bindemittel), durch "Anlösen" (chemisch) oder durch "Verschweißen" (bei Erhitzung) erzeugt.
Zu den historischen Vliesarten gehört der Woll- oder Haarfilz. Er wurde aus tierischen Haaren unter Beifügung verschiedener natürlicher Chemikalien, wie heißem Wasser, Harn und Molke hergestellt und dann mechanisch - durch Stampfen und Klopfen - bearbeitet. Heute ist dieses Verfahren längst überholt.
In der Sportbekleidung werden Hochbausch- und Thermovliese unterschieden. Bei ersteren sind Marken wie Quallofil oder Hollofil aus Dracon, Polyesterfasern (DuPont) im Einsatz. Bei den Fasern handelt es sich um Hohlfasern, die in der Vergrößerung wie ein Schlauch aussehen. Die so vergrößerte Oberfläche bindet mehr isolierende Luft als Vollfasern. Thermovliese, dagegen, brauchen weniger Füllung, weil sie anders konstruiert sind. Zu den Thermovliesen gehören Nadelvliese (die Fasern werden durch "Nadeln" miteinander verbunden) und Bandvliese (die Fasern werden mit einer Bindefaser oder durch Bindemittel zusammengehalten).
Von Einlagevliesen ist zu erwarten, dass sie reißfest, nähbar, wasch- und reinigungsbeständig (chemische), elastisch, krumpffest und wasserabweisend sind.

zum Anfang

Wärmeisolation
Darunter ist die Fähigkeit eines Bekleidungsteils zu verstehen, Körperwärme festzuhalten. Maßgebend ist hier der Lufteinschluss, denn Luft ist bekanntlich der beste Wärmeisolator. Die Wärmeisolierung kann in Zahlenwerten gemessen und ausgedrückt werden: der entsprechende Wert heißt R ct und entspricht dem Wärmedurchgangswiderstand. Er drückt aus, mit wie viel Widerstand ein Gewebe oder ein Vlies verhindert, dass Wärme nach außen transportiert werden kann. Je größer der R ct-Wert, desto größer ist der Widerstand und desto höher ist die Wärmeisolierung. Ein anderer Messwert für die Wärmeisolierung ist der clo-Wert. 1 clo ist die Isolierung, die ein sitzender Mensch in normaler Bekleidung bei 21°C Umgebungstemperatur braucht, um sein thermisches Gleichgewicht aufrecht zu erhalten (zu beachten: 1 clo = 0,155 m² K/W (R ct)).

Wärmeabgabe
Wärmeabgabe ist wichtig, damit es zu keinem Hitzestau kommt. Entweder wird überflüssige Wärme durch Ventilation (Austausch der Luft zwischen Körper und Kleidung mit der Außenluft) oder durch Verdampfung des Körperschweißes abgegeben, der Verdunstungskälte bringt. 90 Prozent der Wärmeabgabe des Menschen erfolgt über die Haut, lediglich 10 Prozent über die Atmung. Nur etwa ein Drittel der erzeugten Wärmeenergie beim Sport wird als Energie für die Bewegung selbst genutzt, zwei Drittel werden nach außen abgegeben. Die Wärmeabgabe über die Haut wird als trockener Wärmefluss bezeichnet, die Abgabe - ebenfalls über die Haut - durch Schweißabsonderung in Dampfform als Verdampfungswärmefluss.

Wärmestau
Ein Wärmestau tritt auf, wenn die beim Sport oder schwerer körperlicher Anstrengung entstehende Körperwärme nicht entweichen kann. Da überschüssige Wärme zu 90 Prozent über die Haut in Form von Schweiß abgegeben wird, muss die verdampfende Nässe nach außen entweichen können. Sind die Textilien nicht in der Lage, diesen Wasserdampf nach außen zu transportieren, kommt es zum Hitze- oder Wärmestau - so zum Beispiel bei aufgequollene Naturfasern, deren Poren dann geschlossen sind.

Wärmerückhaltevermögen
Das Wärmehaltungs- oder Wärmerückhaltungsvermögen ist die Eigenschaft eines Kleidungsstückes, die Körpertemperatur eines menschlichen Körpers (normal sind 37°C) konstant zu halten. Hier sind keine exakten Messungen möglich. Relevant für das Wärmerückhaltevermögen ist die eingeschlossene Luft im textilen Gewebe oder der Maschenware und die Winddichtigkeit von Oberstoffen, die bei entsprechender Atmungsaktivität ein konstantes Körperklima aufrecht erhalten.
Wärmeverlust kann auftreten durch Radiation (entweichende Körperwärme), Konduktion (Wärme, die durch ein Textil abgeleitet wird) und Konvektion (Wärme, die durch die Umgebungsluft oder Wasser fortgetragen wird). Man misst die thermischen Eigenschaften bzw. den thermischen Widerstand eines Stoffes mit der Einheit clo: Je höher die clo-Zahl, desto wärmewirksamer ist der Stoff.

Wasseraufnahmefähigkeit
Mit Hilfe folgender Messmethode wird die Wasseraufnahme (Feuchtigkeitsaufnahme) von Fasern gemessen: Bei relativer Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent und eines Trockengewichts bei 20°C wird die Feuchtigkeitsaufnahme in Prozent gemessen. Fasern, die viel Feuchtigkeit aufnehmen, sind hydrophil, solche die Feuchtigkeit abstoßen, hydrophob. Mit der Wasseraufnahmefähigkeit einer Faser hängt auch ihr Quellvermögen zusammen.

Wasserdampfdurchlässigkeit
Wird auch mit Atmungsaktivität bezeichnet und gibt an, mit wie viel Widerstand ein Gewebe, eine Membran oder Beschichtung verhindert, dass Wasserdampf transportiert werden kann.
Der Messwert ist R et - Feuchtedurchgangswiderstand in m²/mbar/W (DIN 51 101). Je kleiner dieser Wert ist, desto geringer ist der Widerstand und desto mehr Wasserdampf kann passieren. Ein kleiner R et-Wert steht demnach für eine gute Atmungsaktivität. Eine andere Art, die Wasserdampfdurchlässigkeit anzugeben, ist in g/m²/24h. Der Mensch schwitzt im Ruhezustand etwa 500 g Wasserdampf in 24 Stunden, unter extremen Belastungen natürlich viel mehr.

Wasserdicht
Ein Material ist wasserdicht, wenn Wassertropfen nicht durchdringen können. Wasserdichtigkeit ist abhängig vom Wasserdruck (Wassersäule). Ein wasserdichtes Material lässt keinen Wassertropfen durch, wenn es nicht zerstört oder verletzt wird - was beispielsweise bei einem Mikrofasergewebe beim Test der Wassersäule passieren kann.

Wasserabweisung
Mit Wasserabweisung wird die Tendenz des Stoffes beschrieben, "auszunässen". Test hierfür ist der Spraytest. Ist der Wert hoch (etwa bei 100), hat das Material eine sehr gute Wasserabweisung. Meist wird der Spraytest im Neuzustand (LO), nach 5 Maschinenwäschen (L5) und nach 10 Maschinenwäschen gemessen. (Siehe auch Spraytest)

Wassersäule
Die Wassersäule ist ein Maßstab für die Wasserdichte eines Materials. Für diesen Test wird der Wasserdruck (meist in Millimetern) gemessen, den ein Gewebe, eine Membran oder Beschichtung aushält, ohne Wasser durchzulassen und ohne zu brechen. Nach der Deutschen Industrie-Norm darf Wetterschutz-Bekleidung ab einer Wassersäule von 1.300 Millimetern als wasserdicht bezeichnet werden. Da die "Wassersäule" der meisten Stoffe nach einigen Wäschen oder Reinigungsvorgängen sinkt, sollte zur Sicherheit und je nach Einsatzgebiet ein Material mit etwas höheren Werten gewählt werden.

Webware, gewebte Stoffe
Bei Webwaren (Geweben) handelt es sich um textile Flächen, die aus Längs- und Quer- oder, anders ausgedrückt, aus Kett- und Schussfäden bestehen, die miteinander verkreuzt sind. Der Herstellungsvorgang wird Weben genannt, die Art der Fadenverkreuzung Bindung.

Es gibt drei Grundbindungen:

  • die Leinwandbindung oder auch Tuchbindung
  • die Köperbindung (z. B. Jeansstoff)
  • und die Aliasbindung

Die Vorteile von Webwaren sind deren hohe Formstabilität und gute Festigkeiten. Leider ist der Stoff kaum oder gar nicht elastisch.

Weichspüler
Weichspüler enthalten kationische Tenside, die zur Gruppe der waschaktiven Substanzen gehören. Ihre Stärke liegt jedoch nicht in der Waschkraft, sondern darin, dass die Tenside auf den Fasern haften bleiben und diese aus der "Trockenstarre" befreien. Dadurch werden sie kuschelweich.
Die elektrostatische Aufladung von synthetischen Fasern wird durch Weichspüler herabgesetzt und was noch schlimmer ist, die feuchtigkeitsaufnehmende Wirkung und die Saugfähigkeit werden stark reduziert. Für funktionelle Textilien bedeutet das: einen verringerten Feuchtetransport bei Wäsche oder eine verringerte Wasserdampfdurchlässigkeit bei Membranen.

Windchill-Effekt
Wind senkt durch den schnellen Abtransport der Körperwärme und der Feuchtigkeit (Verdunstungskälte entsteht!) die Temperatur im Textil erheblich. Die Temperaturabsenkung ist abhängig von der Windgeschwindigkeit.

Winddicht
Bei Wetterschutzbekleidung ist nicht nur Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität erforderlich, sondern auch Winddichtigkeit bzw. Luftundurchlässigkeit. Der kalte Luftzug von außen würde in das körpernahe Mikroklima eingreifen und zum gefährlichen "Windchill- Effekt" (Auskühlung) führen. Die Luftundurchlässigkeit, bzw. Winddichte wird in cc/cm2 x sec gemessen. Ein Wert von 0 bedeutet, dass der Stoff ist absolut winddicht.

Wirkwaren, gewirkte Stoffe
Wirkwaren sind Maschenwaren, bei denen mehrere Maschen zur gleichen Zeit vorgeformt (kulieren von Schleifen) und dann ausgearbeitet werden. Mehrere Maschen werden parallel bearbeitet. Man unterscheidet zwei Arten von Wirkwaren: Kulierwaren und Kettenwirkwaren. Sie besitzen eine große Vielfalt in der Oberflächenoptik, sind dafür aber wenig elastisch.

Wolle
Wolle besteht aus einer hornartigen Eiweißverbindung tierischer Herkunft (Keratin). Unter der Bezeichnung Wolle dürfen nur Fasern angeboten werden, die vom Fell des Schafes stammen und vom lebenden Schaf geschoren wurden. Für die Qualität und die Bezeichnung der Wolle ist nicht nur die Rasse der Schafe, sondern vor allem auch ihr Herkunftsland und die Art der Gewinnung verantwortlich.

Wollarten

  • Merino, benannt nach dem Merino-Schaf, bezeichnet Wolle mit einer Faserlänge von 40 bis 100 Millimetern, also einer kurzen und stark gekräuselten, matten, weichen und sehr feinen Schafwolle. Die daraus gesponnenen Fäden sind sehr gleichmäßig und elastisch. Merino ist eine der feinsten, edelsten und hochwertigsten Wollarten
  • Cheviot, dagegen, ist eine längere (150 bis 250 Millimeter), gröbere und weniger gekräuselte Wolle. Cheviotwollen werden zu robusten, strapazierfähigen Geweben verarbeitet
  • Crossbred liegt zwischen Merino- und Cheviotwolle: Sie ist kürzer (120 bis 150 Millimeter), feiner und stärker gekräuselt als Cheviot-Wolle und die am weitesten verbreitete Wollsorte.

zum Anfang

Zugfestigkeit und Dehnung
Bei Zugbeanspruchung dehnt sich die Faser, bis sie bei einer bestimmten Kraft reißt. Die Kraft bzw. Stärke einer Faser wird in Gramm gemessen, die ein Faden von einem Denier halten kann, bevor er reißt. Vergleiche zwischen verschiedenen Fasern ermöglicht die feinheitsbezogene Höchstzugkraft. Die Zugfestigkeit und Dehnung sind für die Verarbeitung und im Gebrauch wichtig.

Im Vergleich:

  • Polyester/ Nylon: 4,8 - 10,0
  • Polyester: 4,3 - 9,9
  • Polypropylen: 4,5 - 7,5
  • Baumwolle: 3,0 - 4,9
  • Acryl: 2,5 - 4,2
  • Wolle 1,0- 2,0

Zellulosische Fasern
Das Grundmaterial der zellulosischen Chemiefasern ist ein Naturprodukt: Zellstoff, der aus Holz oder aus Baumwollabfällen gewonnen wird. Der Zellstoff wird in chemischen Prozessen viscos (dickflüssig) gemacht und zu Fasern gesponnen. Diese Fasern werden "Regeneratfasern" genannt. Sie sind in ihren Eigenschaften der Baumwolle ähnlich. Mehr noch als Baumwolle quellen sie auf, wenn sie Feuchtigkeit aufnehmen. Das erschwert ihren Einsatz für funktionelle Sportunterwäsche. Sie werden, wenn überhaupt, nur in der äußeren Schicht der doppelflächigen Maschenware eingesetzt.

zum Anfang

touchbucherkl